Die ersten Kriegswochen

So steht es in den Geschichtsbüchern und so haben wir es im Kopf: Der Kaiser hat am 1. August 1914 die allgemeine Mobilmachung befohlen und Russland den Krieg erklärt. Die Nachricht vom Kriegsausbruch verbreitete sich rasch im ganzen Reich, die Menschen sammelten sich vor den Plakaten an den Litfaßsäulen und rissen sich um die Extrablätter. Junge Soldaten meldeten sich freiwillig. An den Transportwaggons standen Parolen wie: »In sechs Wochen sind wir wieder zurück. Lieb Vaterland magst ruhig sein, kein Franzose kommt über den Rhein.« Doch die Wirklichkeit sah anders aus. weiterlesen

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Verwundete Krieger

4_0001Bereits in den ersten drei Monaten des Krieges gab es immense Verluste durch Tod und Verwundung.  Im Verlauf der ersten Grenzschlachten zwischen dem 20. und 25. August 1914 starben auf französischer Seite rund 40.000 Soldaten, d.h. durchschnittlich etwa 8.000 Männer pro Tag. Im September 1914 kamen rund 260.000 deutsche Soldaten zu Tode oder wurden verwundet. Viele der Verwundeten fanden sich in hastig eingerichteten Lazaretten wieder. War man darauf gar nicht vorbereitet? weiterlesen

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Krüppel? – Normal!

krü_0001 - KopieModerne Krüppelpflege – mit dieser Überschrift hat die Frauenrechtlerin Anna Plothow vor 100 Jahren einen bemerkenswerten Artikel im Illustrierten Jahrbuch von 1915 verfasst. Sie schreibt gleich zu Beginn, was wir heute manchmal auch empfinden:

„Bei dem Wort „Krüppel“ überläuft viele Menschen ein aus Grauen und Mitleid gemischtes Gefühl. Aber das soziale Bewusstsein unserer Zeit hat auch dieses kaltherzige Abtun und dieses falsche Mitleid überwunden.“

Das sind erstaunliche Gedanken für 1915. Anna Plathow beschreibt ausführlich die modernen Anfänge eines menschlicheren Umgangs mit körperbehinderten Menschen. Der Berliner Orthopäde Konrad Biesalski war dabei die treibende Kraft. Innerhalb weniger Jahre schaffte er es, die sogenannte „Krüppelpflege“ gesellschaftsfähig zu machen. In Berlin wurde u.a. mit Unterstützung zahlreicher Spenden ein modernes Heim für körperbehinderte Kinder gebaut – das Oskar-Helene-Heim. Die Kaiserin war bei der Einweihung am 27. Mai 1914 dabei.
Aber dann begann wenige Wochen später der erste Weltkrieg. Innerhalb kurzer Zeit wurde das moderne Kinderheim in ein Lazarett umgewandelt. Moderne Krüppelpflege? Der Krieg hatte plötzlich andere „Krüppel“ zu versorgen. Aber der Reihe nach.
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Abitur 1915 – und was dann?

In wenigen Wochen beginnen in Deutschland die Abiturprüfungen 2015. Spätestens jetzt muss sich jeder Schüler fragen: Abitur – was dann? Studium, Beruf bzw. Ausbildung oder ins Ausland? Ein Freiwilliges Soziales Jahr? Oder doch Bundeswehr? Die Qual der Wahl wird nicht kleiner durch Begabungsanalysen, die in Internetportalen angeboten werden.
Da hatten es die Gymnasiasten vor 100 Jahren leichter. Auf den ersten Blick. Es gab kaum Alternativen. Es ging nur um die Frage normaler Wehrdienst oder Einjährigen-Prüfung… weiterlesen

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Viel Glück zum neuen Jahr!

neujahr_0004Hamburg, 31.12.17

Liebe Emma und Käthe!
Wir senden Euch den herzlichsten Glückwunsch zum neuen Jahre, und hoffen daß der Krieg in diesem Jahr ein Ende nehmen wird. Besten Gruß Friedrich und Helene

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Weihnachten 1914 – in Brüssel oder zu Hause?

cropped-we-2_00011.jpgFeldpost
Liebe Käthe.
Wie geht es Dir denn noch, und wie geht es Mama? Großmutter. Mir geht es noch gut, hoffentlich kann ich Weinachten wieder mit Euch zusammen feiern.
Welche Karten habe ich bis jetzt Euch geschickt. Bitte um Antwort. Gruß Dein Papa
Schönen Gruß an Mutter & Großmutter
Abs. Landstrm. Bischof
1. Comp. 3. Landstrm. Batl. Hamburg

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Fröhliche Weihnachten – 1914

12 3_0002Auch vor hundert Jahren wurden Weihnachtsgrüße verschickt. Emma Bischoff aus Hamburg erhielt von ihrem Bruder Albert und von ihrem Schwager Jakob Feldpostkarten. Mit ungeübter Hand geschrieben auf Borkum und in Braunsberg in Ostpreußen. Trotz des Krieges weihnachtet es 1914 sehr. weiterlesen

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Buchtipps zu Weihnachten

„Das sind die besten Bücher zum Ersten Weltkrieg.“ So titelte DIE WELT vor einem Jahr am 2. Januar 2014 zum Auftakt des Gedenkjahres „100 Jahre Erster Weltkrieg“. Christopher Clarks Schlafwandler und andere frisch erschienene geschichtsträchtige Werke waren dabei, aber auch Wiederauflagen von Ernst Jünger: In Stahlgewittern und seine Tagebücher. Was bleibt, was ist bald vergessen? weiterlesen

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Noch einmal der 11.11., 11 Uhr

poppyIn Köln, Düsseldorf und im ganzen Rheinland beginnt jedes Jahr am 11.11., 11.11 Uhr der Karneval. In England, aber auch in Belgien und Frankreich feiert man gleichzeitig etwas ganz anderes. Der 11. November ist der sogenannte Poppy Day, an dem seit langer Zeit an die zahl- und namenlosen Opfer von Krieg und vor allem an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten erinnert wird. Um 11 Uhr läuteten auch in diesem Jahr hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs landesweit die Glocken. weiterlesen

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Karl – ein Held?

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Soldatenfriedhof in Frankreich

Es ist für uns heute immer noch unvorstellbar, wie vor hundert Jahren Millionen junger Männer von ihren Generälen in den Tod getrieben wurden. Vorstellen mag man sich auch gar nicht, was in ihnen vorging – kurz vor dem Sprung aus dem Schützengraben, der fast immer einen Sprung in den Tod bedeutete – oder wie es damals noch hieß – bevor sie den Heldentod starben. Aber wer war von diesen Millionen Toten ein Held, wer nicht?
Als Helden jedenfalls wurden bald die gefeiert, die in Briefen, Tagebüchern oder Gedichten ihre Kriegsbegeisterung bezeugten. Bereits 1916 erschien die Sammlung „Kriegsbriefe deutscher Studenten“ – allesamt Briefe von gefallenen Soldaten. Mit ihrer Begeisterung und Opferbereitschaft wurden sie bis in die Hitlerzeit und bis zum nächsten Weltkrieg als Beispiel für deutsches Heldentum gefeiert. Gefeiert als Held – aber war man deswegen auch gleich ein Held? Und was ist überhaupt ein Held? weiterlesen

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