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Kategorie: Die Frauen

Von „Herr Charlotte Cohn“ zu „Frau Architekt“

Von „Herr Charlotte Cohn“ zu „Frau Architekt“

Seit Beginn des Ersten Weltkriegs werden Frauen als Krankenschwestern und Pflegerinnen an der Front eingesetzt. Aber auch in vielen anderen Berufen, die bis dahin fest in Männerhand waren, werden Frauen gebraucht. In Berlin werden an der Technischen Hochschule Charlottenburg die ersten Frauen zum Studium zugelassen. Unter ihnen ist Lotte Cohn. Sie ist erst die dritte Architekturstudentin in Charlottenburg. Sie erhält ihr Vordiplomzeugnis mit der  Anrede „Herr Charlotte Cohn“. Am 8. Dezember 1916 besteht sie dann ihre DiplomHauptprüfung. Auf ihrer Urkunde…

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Der Krieg ist aus. Für die Frauen geht er weiter.

Der Krieg ist aus. Für die Frauen geht er weiter.

Im letzten Beitrag ging es darum, wie die deutsche Frau die heimkehrenden Krieger zu Hause zu empfangen habe. Mit Blumen, Girlanden und Gesang sollte das Kriegsmärchen zu Ende gehen – so stellte man sich das 1916 vor. Die Wirklichkeit sah zwei Jahre später ganz anders aus. Als am 9. November 1918 der Große Krieg zu Ende ging, waren die deutschen Soldaten zwar kriegsmüde, aber keineswegs friedlich gestimmt. Es bildeten sich im gesamten Reich Soldaten- und Arbeiterräte, der Kaiser musste abdanken….

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Die Mobilmachung der Deutschen Frau

Die Mobilmachung der Deutschen Frau

Der Erste Weltkrieg ist auch heute noch eine einträgliche Handelsware. Bei ebay z.B. werden tausende von Feldpostkarten angeboten, die Käufer bieten, überbieten und kaufen für horrende Summen kostbare Einzelstücke, aber auch das billige Stück für einen Euro. Es ist nicht immer erkennbar, wo der Unterschied liegt. Auch auf Flohmärkten gibt es jede Menge Erinnerungsstücke der glorreichen Zeit: Orden, Postkarten oder ganze Fotoalben. Opas Vergangenheit wird verscherbelt oder einfach mehr oder weniger sinnvoll entsorgt. Also gehen wir einmal auf einen Hamburger…

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Mein Großvater zieht mit seinem Pferd in den Krieg

Mein Großvater zieht mit seinem Pferd in den Krieg

Über meinen Großvater Friedrich weiß ich so gut wie nichts. Ich habe ihn auch nicht mehr kennen gelernt. Geboren ist er 1879, gestorben 1937. Ein kurzes Leben lang in Masuren. Geheiratet hat er im Jahre 1902 die Charlotte Nymzyk. Sie wurde Mutter von dreizehn Kindern, von denen sieben die Geburt überlebten. Es gibt nur zwei Fotos von ihm und die spärlichen Lebensdaten aus dem Familienstammbuch. Sonst keine Briefe, kein Andenken. Keiner lebt mehr, der etwas über ihn erzählen könnte. Er…

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Fräulein Feldgrau

Fräulein Feldgrau

Versenden und Sammeln von Ansichtskarten war schon vor dem 1. Weltkrieg eine sehr beliebte Beschäftigung. Vor allem wer auf Reisen war, schickte die schnelle Karte. In Großstädten wurde bis zu dreimal am Tag die Post ausgeliefert. Ab August 1914 begann eine Reisewelle der besonderen Art. Viele deutsche Männer waren zum ersten Mal so richtig weit von zu Hause weg – in Belgien, Frankreich oder Russland. Umso wichtiger war der Kontakt zur Heimat. Also jetzt Feldpost. Meistens Feldpostkarte als schneller Gruß…

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Henry, der Schwerenöter

Henry, der Schwerenöter

Emma und Henry waren 2014 – zumindest in Hamburg – die beliebtesten Vornamen. Wer hätte gedacht, dass diese altmodischen Vornamen eine Renaissance erleben. Das sind doch Namen, die vor 100 Jahren in Mode waren – neben Gertrud und Hans oder Elfriede und Karl. Und Emma und Henry waren natürlich auch dabei. Da ist es ein schöner Zufall, dass uns einige Postkarten aus dem Jahr 1916 erhalten sind, die ein gewisser Henry Weber von seinem Schatz Emma bzw. Emmy erhalten hat….

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Wort des Jahres 1917: HAMSTERN

Wort des Jahres 1917: HAMSTERN

Jedes Jahr wird seit 1977 von der Gesellschaft Deutscher Sprache das „Wort des Jahres“ gewählt. Zur Auswahl stehen „Wörter, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.“ Wenn es vor 100 Jahren schon diesen Wettbewerb gegeben hätte, wäre der Begriff „hamstern“ erster Anwärter gewesen, das Wort des Jahres 1917 zu werden. Aber wer hat den Begriff „hamstern“ erfunden oder als erster benutzt? Das ist ähnlich unklar wie bei den heutigen Wörtern des Jahres.

Verwundete Krieger

Verwundete Krieger

Bereits in den ersten drei Monaten des Krieges gab es immense Verluste durch Tod und Verwundung.  Im Verlauf der ersten Grenzschlachten zwischen dem 20. und 25. August 1914 starben auf französischer Seite rund 40.000 Soldaten, d.h. durchschnittlich etwa 8.000 Männer pro Tag. Im September 1914 kamen rund 260.000 deutsche Soldaten zu Tode oder wurden verwundet. Viele der Verwundeten fanden sich in hastig eingerichteten Lazaretten wieder. War man darauf gar nicht vorbereitet?

Krüppel? – Normal!

Krüppel? – Normal!

Moderne Krüppelpflege – mit dieser Überschrift hat die Frauenrechtlerin Anna Plothow vor 100 Jahren einen bemerkenswerten Artikel im Illustrierten Jahrbuch von 1915 verfasst. Sie schreibt gleich zu Beginn, was wir heute manchmal auch empfinden: „Bei dem Wort „Krüppel“ überläuft viele Menschen ein aus Grauen und Mitleid gemischtes Gefühl. Aber das soziale Bewusstsein unserer Zeit hat auch dieses kaltherzige Abtun und dieses falsche Mitleid überwunden.“ Das sind erstaunliche Gedanken für 1915. Anna Plathow beschreibt ausführlich die modernen Anfänge eines menschlicheren Umgangs…

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Mongtreh moa la gahr!

Mongtreh moa la gahr!

Schon im August 1914 kam es zu Kampfhandlungen auf französischem Boden. Zunächst im Elsass, dann in Nordfrankreich, wo die deutschen Truppen Belgien durchquert hatten und nun auf französischem Boden schnell weiter marschieren wollten. Richtung Paris. Aber das ging nicht mehr so schnell wie erhofft. Aus einer kurzen Einquartierung wurde jetzt häufiger eine längere Besatzungszeit. Da musste man sich mit den Stadt- und Dorfbewohnern verständigen. Aber wie? Zeichensprache reichte auf Dauer nicht.