Verwundete Krieger

4_0001Bereits in den ersten drei Monaten des Krieges gab es immense Verluste durch Tod und Verwundung.  Im Verlauf der ersten Grenzschlachten zwischen dem 20. und 25. August 1914 starben auf französischer Seite rund 40.000 Soldaten, d.h. durchschnittlich etwa 8.000 Männer pro Tag. Im September 1914 kamen rund 260.000 deutsche Soldaten zu Tode oder wurden verwundet. Viele der Verwundeten fanden sich in hastig eingerichteten Lazaretten wieder. War man darauf gar nicht vorbereitet?

Die hohen Anfangsverluste gingen auf die veraltete Art anzugreifen zurück. Immer wieder liefen ganze Regimenter den feindlichen Stellungen entgegen. Das geschah ohne jegliche Absicherung, während die Abwehr aus gesicherter Stellung Artillerie und Maschinengewehre einsetzen konnte. Betroffen waren davon die Männer an beiden Fronten. Innerhalb weniger Wochen gab es eine unendliche Anzahl verwundeter Soldaten. Darauf war man überhaupt nicht vorbereitet. Bei Kriegsbeginn 1914 verfügte das Deutsche Rote Kreuz über 5.000 ausgebildete Schwestern und eine unbestimmte Zahl von Helferinnen bei den Frauenvereinen. Da die Zahl der verfügbaren Schwestern nicht ausreichte, wurde bereits 1914 vermehrt mit der Ausbildung von Pflegepersonal begonnen.

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Die Reichspost beförderte die mit „Feldpost“ kenntlich gemachte Post gebührenfrei. Auch die Lazarette und Krankenhäuser waren mit solchen Stempeln ausgerüstet. Alfred, der diese Karte aus dem Krankenhaus in Nymphenburg schreibt, spart nicht nur die Briefmarke, er kann seiner Freundin Wilhelmine sogar ein Original-Foto schicken. Ein Erinnerungsfoto aus dem Krankenhaus Dritter Orden an der Menzinger Straße in München.

Solche Fotos aus dem Krankenzimmer sollten und konnten die Angehörigen trösten und beruhigen. Es gab saubere Betten, freundliche Schwestern und der Arzt hatte sogar Zeit sich mitfotografieren zu lassen. Die „verwundeten Krieger“ sind ja zur Genesung dort – so steht es zumindest vorne auf dem Foto. Aber man weiß auch, dass die Soldaten nach der Genesung wieder an die Front mussten. Alfred will aber erst einmal Weihnachten feiern, so gut es geht, und schreibt ohne Punkt und Komma an seine Wilhelmine.

Feldpost-Karte
Fräulein Wilhelmine Röber
Hofst(elle) Stuhr
Velgen. Ebstorf
Uelzen, Hannover
 
Nymphenburg, 13. 12.14
Liebe Freundin
habe heute Deine Karte erhalten wozu ich mir sehr gefreut habe aber mein Wunsch Weihnachten auf Urlaub kommen ist unmöglich die Wunde hat sich entzündet auch habe ich Fieber vier Wochen eher kann ich hier nicht weg.
Wünsche Euch Allen ein fröhliches Weihnachtsfest
Alfred
 
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