Browsed by
Schlagwort: Erinnerungskultur

We are making a new world

We are making a new world

1916 war das Jahr der großen und verlustreichen Schlachten. Ob auf der türkischen Halbinsel Gallipoli, bei Verdun, an der Somme oder im Skagerrak, am Jahresende waren Millionen Tote zu beklagen. Keine dieser Schlachten konnte den Krieg entscheiden. Trotzdem war 1916 ein Wendejahr. An den Fronten und Heimatfronten kippte die Stimmung. Die Begeisterung wich einer zutiefst verunsicherten Sicht auf die Welt. Keiner konnte sich vorstellen, wie sie nach diesem Krieg aussehen könnte. Künstler und Dichter, die selbst an der Front gekämpft…

Weiterlesen Weiterlesen

Vortrupp für eine bessere Welt

Vortrupp für eine bessere Welt

Da fällt einem zufällig ein Buch in die Hände mit dem Titel „Vortrupp, Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit“, III. Jahrgang 1914. Aha, denken wir: Deutschtum! Da wissen wir ja gleich, worum es geht. Wir schlagen das Inhaltsverzeichnis auf und finden Aufsätze, die unseren Verdacht bestätigen. Es geht mal wieder um die besseren Deutschen: Neue Tatsachen zur Rassenhygiene, Die Frau und die Volksgesundheit, Das Vaterland ist in Gefahr, Untermenschliche Umwertung. Herausgeber dieser Schrift ist ein gewisser Hans Paasche, Kapitänleutnant a.D….

Weiterlesen Weiterlesen

Erinnern oder vergessen?

Erinnern oder vergessen?

Die Briten, Franzosen und Belgier erinnern jedes Jahr am 11. November an den Waffenstillstand von 1918 und begehen landesweit Schweigeminuten. Im nationalen und sozialen Gedächtnis der Deutschen spielt der Erste Weltkrieg eher eine untergeordnete Rolle. Es sei denn, wir haben ein Erinnerungsjahr wie 1914, das zu einem vielstimmigen und reichhaltigen Medienereignis wurde. Jetzt zwei Jahre später ist das in der Öffentlichkeit kein Thema mehr, nicht einmal am Rande. Die Bücher von Christopher Clark und anderen Weltkriegsexperten sind aus den Bestsellerlisten…

Weiterlesen Weiterlesen

Sag mir, wo die Männer sind

Sag mir, wo die Männer sind

Sag mir wo die Männer sind, wo sind sie geblieben? Dieses Foto wurde 1923 aufgenommen – vier Jahre nach Kriegsende. Da muss man gar nicht lange fragen, wo die Männer geblieben sind.  Ein Blick auf diese alberne Gesellschaft reicht. Acht Frauen sind auf dem Foto zu sehen, zwei Männer haben sich auch noch als Frauen verkleidet. Der einzige Mann in der Mitte scheint jenseits von Gut und Böse zu sein. Fünf Jahre nach Kriegsende sind Männer in Deutschland knapp. Fast…

Weiterlesen Weiterlesen

Ein Gedicht zum Weinen?

Ein Gedicht zum Weinen?

Otmar Hitzfeld hat’s getan. Jürgen Klopp hat’s getan. Man glaubt es nicht, auch Putin hat‘s getan und sogar Helmut Schmidt hat vor aller Welt bewiesen: Männer können weinen. Ob beim Abschied vom geliebten Fußballclub oder in bewegenden Augenblicken der Weltgeschichte – wir sind oft live dabei, wenn im Fernsehen sogenannte gestandene Männer weinen. Aber es gibt nicht nur Männer, die medienwirksam weinen, wenn die halbe Welt zuschaut. In England ist vor zwei Jahren ein Gedichtband erschienen mit dem herausfordernden Titel…

Weiterlesen Weiterlesen

Auf dem richtigen Pfad/On the right path

Auf dem richtigen Pfad/On the right path

Am 23. August 2014 wurde in Lüneburg der sogenannte Friedenspfad offiziell eröffnet. Inzwischen gibt es sogar eine Smartphone-App dafür. Damit kann der Nutzer mobil auf einem Stadtrundgang durch Lüneburg navigieren und sich an 24 Stationen über Denkmale informieren. 19 dieser Stationen befassen sich mit Denkmalen, die an die beiden Weltkriege erinnern sollen. In einem Faltblatt wird das Ziel genannt: „Verschiedene Institutionen, Vereine und Einzelpersonen gedenken oft exklusiv jeweils bestimmter historischer Ereignisse und ihrer Opfer. Wir möchten diesen Zustand überwinden und…

Weiterlesen Weiterlesen

Drei Buchtipps zu Weihnachten

Drei Buchtipps zu Weihnachten

In diesen Tagen werden die Bücher in den Buchläden höher gestapelt als sonst. Jetzt vor Weihnachten gibt es wieder neue Bestseller, die man unbedingt gelesen haben muss. Das sagt einem jedenfalls der Buchhändler, das sagt DIE ZEIT, das sagen andere Rezensenten. In der Abteilung Deutsche Geschichte liegen die Bestseller schon das ganze Jahr über auf hohen Stapeln: Christopher Clark z.B., Jörn Leonhard oder Herfried Münkler. Ob sie allerdings noch gekauft und dann auch noch gelesen werden, ist fraglich. Der Boom…

Weiterlesen Weiterlesen

Eine Straße für Carl Melchior!

Eine Straße für Carl Melchior!

Der Krieg ist gerade zu Ende. November 1918 – noch herrscht überall in Deutschland Revolutionswirrwarr. Da beginnen schon die Friedensverhandlungen. Die Delegationen der Sieger und Besiegten treffen sich an verschiedenen Orten, um vor allem die Höhe der Entschädigungen auszuhandeln. Was vom besiegten Deutschland schließlich verlangt wird, übersteigt alle Vorstellungskraft. Zwei Mitglieder der Delegationen scheren aus und lehnen diese Forderungen ab – der eine ein Engländer, der andere ein Deutscher. Beide verlassen unter Protest ihre Delegation. Sie treffen sich heimlich, tauschen…

Weiterlesen Weiterlesen

Ein Denkmal erinnert sich

Ein Denkmal erinnert sich

Ändern sich die Zeiten, dann ändern sich auch die Straßennamen. Das haben wir in Deutschland 1933, 1945 und 1989 erlebt. Aus dem Südring in Hamburg wurde 1933 ganz schnell die Schlageterstraße. Und ob die Hindenburgstraße ihren Namen behalten oder Otto-Wels-Straße heißen sollte, darüber hat man sich jahrelang gestritten. Bei den Denkmälern im öffentlichen Raum ist es manchmal ähnlich oder sogar noch heftiger. Da prallen die Meinungen bei den Fragen aufeinander: Wo soll das Denkmal stehen? Wie soll es aussehen? Welche…

Weiterlesen Weiterlesen

Buchtipps zu Weihnachten

Buchtipps zu Weihnachten

„Das sind die besten Bücher zum Ersten Weltkrieg.“ So titelte DIE WELT vor einem Jahr am 2. Januar 2014 zum Auftakt des Gedenkjahres „100 Jahre Erster Weltkrieg“. Christopher Clarks Schlafwandler und andere frisch erschienene geschichtsträchtige Werke waren dabei, aber auch Wiederauflagen von Ernst Jünger: In Stahlgewittern und seine Tagebücher. Was bleibt, was ist bald vergessen?