Vortrupp für eine bessere Welt

Hans Paasche (1881-1920)

Da fällt einem zufällig ein Buch in die Hände mit dem Titel „Vortrupp, Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit“, III. Jahrgang 1914. Aha, denken wir: Deutschtum! Da wissen wir ja gleich, worum es geht. Wir schlagen das Inhaltsverzeichnis auf und finden Aufsätze, die unseren Verdacht bestätigen. Es geht mal wieder um die besseren Deutschen: Neue Tatsachen zur Rassenhygiene, Die Frau und die Volksgesundheit, Das Vaterland ist in Gefahr, Untermenschliche Umwertung.
Herausgeber dieser Schrift ist ein gewisser Hans Paasche, Kapitänleutnant a.D. Wir googeln und werden stutzig. Hans Paasche wurde am 21. Mai 1920 von rechtsgerichteten Freischärlern auf seinem Gut in Westpreußen (Deutsch-Krone heute: Wałcz) aufgesucht, umzingelt und hinterrücks erschossen. Wie passt das zusammen? Ein Kämpfer für Deutschtum, der von Kämpfern für Deutschtum ermordet wird?

Vielleicht hätte Hans Paasche seine Schriften nicht unter dem Titel „Vortrupp“ herausgeben sollen. Das ist ja ein Ausdruck, der in der Militärsprache und vielleicht noch bei den Pfadfindern benutzt wird. Wenn wir uns aber das passende französische Wort denken – nämlich Avantgarde – kommen wir der Sache schon näher. Hans Paasche war nämlich seiner Zeit weit voraus. Er gehörte zur Avantgarde der Menschen, die eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft anstrebten. Dabei dachte er nicht nur deutsch, sondern global. Er war ein Kriegsgegner, ein entschiedener Pazifist. Er kämpfte für Gleichberechtigung. Er kämpfte gegen den Kolonialismus in Afrika und die brutale Vernichtung der Ureinwohner. Er klagte an, wie die Tiere aus anderen Erdteilen getötet werden, um Luxusartikel herzustellen.

DER VORTRUPP von 1914. Der Begriff Avantgarde wurde erst seit der Revolutionszeit für Fortschritte in der Politik und Kunst benutzt.

Was heute Amnesty International, Greenpeace und WWF weltweit anklagen und bekämpfen, hat Hans Paasche vor über 100 Jahren allein versucht. In seinen Schriften hat er Mitstreiter gesucht und sich mutig gegen die Zeitströme gestellt, aber letztendlich ist er an ihnen zerbrochen. Die Täter, die ihn 1920 ermordeten, blieben straffrei. Man beerdigte ihn unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf seinem Gut in Westpreußen. Kurt Tucholsky hielt seine Grabrede.
Die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte wurde durch solche Verbrechen immer mehr zu einer bedrohlichen Drachengestalt. Hans Paasche und sein Einsatz für eine bessere Welt wurden durch die Nazizeit weggefegt. Vielleicht ist es aber trotzdem wichtig, sich auch heute an ihn zu erinnern und seiner zu gedenken.

Wer war Hans Paasche?
Hans Paasche wurde 1881 in Rostock geboren und wuchs in Marburg und Berlin auf. Sein Vater war ein bedeutender Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Die Eltern wünschten, der Sohn solle Wissenschaftler werden. Doch er brach den Schulbesuch ab, wurde Seekadett und gelangte 1904 als Offizier in die Kolonie Deutsch-Ostafrika, das heutige Tansania. Als im folgenden Jahr der Maji-Maji-Aufstand entflammte, wurde Hans Paasche als Militärischer Befehlshaber eingesetzt. Bald darauf wurde er jedoch abberufen, weil er eigenmächtige Friedensverhandlungen aufnahm. Zum Missfallen der Vorgesetzten dürfte beigetragen haben, dass er in seinem Hauptquartier nahezu tausend Friedfertige und Flüchtlinge aufnahm und sie verpflegen und medizinisch versorgen ließ.

In der Kolonie
Die Mentalität vieler Kameraden – „der Neger müsse Prügel haben“ – ekelte ihn an. Er wurde Zeuge, wie Gefangene ermordet wurden, weil deutsche Truppen aus dem Hinterhalt beschossen worden waren. Die Eingeborenen wurden  zum Tod durch den Strang verurteilt, obwohl sie vor dem Kriegsgericht ihre Unschuld beteuerten.

1909 wurde er auf eigenen Wunsch aus dem Militärdienst entlassen. Inzwischen hatte er geheiratet und kehrte mit seiner Frau in die Kolonie zurück. Diesmal als Forschungs-reisender mit dem Anliegen, den Afrikanern, vor allem den Opfern des Krieges, Gesichter und Würde zurück zu geben.

Erschienen 1912. Der Papalagi erschien erst 1920.

In dieser Zeit schrieb er eine Satire auf den grenzenlosen Fortschrittsglauben und Überlegenheitsanspruch und nannte sie Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland. Dieses Buch ist übrigens vor dem berühmten Papalagi erschienen. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea sind eher ein Plagiat.
Es wäre nicht gar so falsch – so schreibt die ZEIT 1981 zu seinem 100. Geburtstag – wollte man Hans Paasche „Deutschlands ersten Grünen“ nennen. Er wandte sich gegen die Jagden in den Savannen und Steppen Afrikas genauso wie gegen den Großstadtlärm, dem die Kinder schutzlos ausgeliefert seien. Er setzte sich für das Frauenstimmrecht ein und schlug vor, die Frauen von „Kindern und Küche“ zu entlasten.

Für Tierschutz
Im Bereich Tier- und Artenschutz war er seiner Zeit weit voraus. Heute kämpfen Tierschützer gegen Walfang, Elefantenjagd oder gegen das grausame Geschäft mit den Nerzen. Paasche forderte damals schon, die Fangquoten für Robben drastisch zu vermindern. Berühmt ist sein Aufschrei gegen die „Federmode“, die ganze Vogelarten ausrottete. Mit drastischen Worten und beißender Kritik giftet er gegen deutsche Frauen, die ihre Hüte mit Vogelfedern schmücken.

Die Münzen der deutschen Kolonie Neu-Guinea tragen auf der Rückseite das Bild eines Paradiesvogels. Wie in Deutschland der Adler sorgfältig aus der freien Natur entfernt wurde und nur auf Münzen, Marken und Kriegerhelmen ein heraldisches Dasein fristet, so hat jetzt das edle deutsche Handelsvolk dem schönsten Vogel aus der Paradieswelt auf seinen Münzen ein Denkmal geprägt.
Beruhige dein Zartgefühl, deutsche Frau, wenn solches unter dem Kriegerschmuck deines Hauptes irgendwo noch in dir wohnen sollte: der Paradiesvogel lebt als Bild auf deutschem Gelde, und der Vogel selbst, der einst über die tropischen Bäume dahinflog und jetzt als ausgestopfter Leichnam aus Glasaugen auf die Krempe deines Fürstenhutes glotzt, ist für das Vaterland geopfert worden, weil er Geld ins Rollen brachte.

Schmuckvogelausrottung – NABU, Jahresheft 1914 (Illustration: Bund für Vogelschutz/E. Matthes)

Das Geld ist sogar schneller ins Rollen gekommen durch den feigen Mord, dem du die Flatterzier deiner Stirn verdankst. Auch darüber beruhige dich: Der Blutgeruch, der an dem Gelde klebte, ist schon wieder abgegriffen worden. Der Mörder gab die Münze weiter; denn der Gewinn, den er aus dem Vogelmord zog, reizte ihn zu höherer Lebensführung: er wurde ein Käufer von Whisky und Tabak. So stieg in deutschen Kolonien infolge der Vogelausfuhr auch die Wareneinfuhr. Und in Deutschland dürfen Federarbeiterinnen die Freude genießen, in Fabriken zu sitzen und zwischen unzähligen Federn des Schlachtgeflügels auch die letzten Paradiesvögel auf Damen- und Dirnenhüte zu binden. So kam durch den Vogelmord deutsches Wirtschaftsleben zur Blüte.

Natur, Ernährung, Frieden
Paasche war selber wohl ein „schräger Vogel“. Als eingefleischter Vegetarier brachte er es fertig, sich in den besten Restaurants Berlins Wasser, Schwarzbrot, Apfelbrei und einen Pfannkuchen zu bestellen. Wenn andere, ihm unbekannte Gäste gar ein Nierengericht verspeisen wollten, ging er an den Tisch und sagte: „Wie kommen Sie dazu, fleischerne Nachttöpfe zu essen?“ Handelte es sich um Schinken, bemühte er den „gesalzenen Hintern einer Schweineleiche“.
Man kannte ihn inzwischen in der breiten Öffentlichkeit. Er gehörte zu den aktiven Mitgliedern der deutschen Friedensbewegung und bekannte sich öffentlich zu pazifistischem Gedankengut. Man kann über seine Motive streiten, aber er war zutiefst davon überzeugt, dass der moderne Mensch sich immer mehr der Natur entferne und dadurch für das Leid anderer unempfindlich werde. Der Mensch werde durch den alltäglichen Stress betäubt, Genussgifte, wie Alkohol und Zigaretten, und eine lärmende Vergnügungsindustrie würden dazu beitragen. Paasche wurde so zu einem führenden Vertreter der Lebensreform- und Jugendbewegungen. Er warb für Pazifismus und Frauenstimmrecht, unterstützte den Tierschutz und die vegetarische Bewegung.

Jugendbewegung und Hoher Meißner
1913 war Hans Paasche einer der Wortführer beim Treffen der Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner. Es sollte eine „Jahrhundertfeier“ werden, so hatten die Veranstalter das Fest angelegt. Und der große Wurf war ihnen tatsächlich gelungen. Der Jugendtag – schreibt der SPIEGEL 2013 – „war so etwas wie ein gigantisches Open-Air-Event, ein wilhelminisches Woodstock, das den Aufbruch Jugendlicher in eine neue, bessere und vor allem freiere Zukunft feierte.
Wie im Rausch erlebten die jungen Frauen und Männer fernab der Zwänge des Alltags diese Tage und kehrten mit dem Gefühl einer tiefen emotionalen Verbundenheit und getragen von dem „Meißner-Geist“ nach Hause zurück.“

Im Weltkrieg
Als der Erste Weltkrieg begann, meldete er sich als Freiwilliger zur Marine. Wie nahezu alle seiner Landsleute glaubte er damals, Deutschland führe einen Verteidigungskrieg. Paasche erkannte aber bald die wahren Ursachen und wurde wegen Befehlsverweigerung entlassen. Er nahm seine Untergrundaktivitäten auf, verbreitete und vervielfältigte mit Hilfe seiner Frau und einigen französischen Kriegsgefangenen pazifistische Schriften sowie eigene Flugblätter.
Er schrieb gegen den Krieg und die politische und militärische Leitung des Reiches und suchte Kontakt zu Kriegsgefangenen. Eine Denunziation brachte ihn 1917 ins Gefängnis. Um eine Anklage wegen Hochverrats zu verhindern, ließ ihn sein Vater in eine Nervenheilanstalt einweisen. Am 9. November 1918 befreiten ihn dort aufständische Matrosen, fuhren ihn in den Reichstag und wählten ihn in den Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte. Er warb für eine radikaldemokratische sozialistische Revolution. Er wollte diejenigen in einem Volksgericht anklagen, die den Krieg verschuldet hatten. Aber Paasches Ideen scheiterten am Widerstand rechter Sozialdemokraten.

Aufbruch und Revolution
Als die Revolution niedergeschlagen war, kehrte Hans Paasche auf sein gut nach Waldfrieden in Westpreußen zurück. Er wurde einer der bedeutendsten politischen Publizisten Deutschlands, bewundert und geachtet von Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky, geschätzt von Mitstreitern wie Albert Einstein, Hermann Hesse, Käthe Kollwitz and Heinrich Mann. Themen seiner damals bekanntesten Veröffentlichungen waren die Abkehr von Gewalt, Kritik an Militarismus und Nationalismus, die Aufklärung der Kriegsverbrechen und die Idee der Einrichtung eines Völkerbundes, der nicht auf Europa beschränkt sein sollte und selbstverständlich den Verzicht auf Kolonien einschloss. Und er warnte:

„Mache dir das ganz klar, Deutscher: Du bist ausgestoßen aus der Gemeinschaft der Völker, wenn du nicht endlich Erbitterung zeigst gegen das System, das dich zum Henker deiner Nachbarn machte und dich schließlich selbst zerschunden hat. Du hast dich anstiften lassen, friedliche, glückliche Länder zu überfallen und in eine hoffnungslose Wüste zu verwandeln. Dein feldgrauer, animalischer Gehorsam hat das Elend, die Trauer und Kraftlosigkeit dieser Zeit herbeigebracht. Und du sprichst nur von deutschen Interessen, bevor du einmal die Tränen der Verzweiflung mitgeweint hast, die die ganze Menschheit weinen muss beim Anblick der Landstriche, in denen wir Siegfried- oder Hindenburgstellung spielten.“

Bemerkenswert ist, dass Hans Paasche unmittelbar nach dem Ende des Krieges, als es um die Schuldfrage ging, sich selbst anklagte und in einer Flugschrift vor aller Welt „mea culpa!“ sagte. Es ist eine gnadenlose Untersuchung der physischen und vor allem der psychischen Gewalt des Krieges. Das am häufigsten im Text erscheinende Wort ist „Schuld“, das Eingeständnis seiner Schuld, die gerade darin bestand, nicht wissen zu wollen, was Krieg bedeutet.

Askarikompanie in Deutsch-Ostafrika (ca. 1914/18) Bundesarchiv, Bild 105-DOA3056

Meine Mitschuld am Weltkriege besteht darin, daß ich den Irrsinn des Krieges schon vor dem Kriege erlebt hatte und mich bestimmen ließ, mein Gewissen zu beruhigen und zu schweigen. Ich nenne das Schuld, obwohl es auch wirkliche, unmittelbare Schuld am Kriege gibt.
Mir ist, als ob das Denken der Menschen schon vor 1914 hätte geändert werden können, wenn jeder, der in Afrika oder China Krieg erlebte, als Mensch laut gesprochen hätte, anstatt zu dulden, daß er als Held gefeiert wurde. Es ist eine Schuld! Mitunter, als ich in schönen Sälen gutgekleideten Menschen meine Erlebnisse schilderte, beunruhigte mich die Art, wie diese Menschen meine Erlebnisse genossen, und daß sie die Wahrheit nicht hören wollten, daß sie enttäuscht waren, wenn ich ihnen zeigte, wie ich in Wirklichkeit dachte. Ich merkte, daß man das, was ich wirklich erfahren hatte, nicht hören wollte.
Ich verschwieg die Wahrheit und glaubte, die Menschen könnten reif werden, die Wahrheit selbst zu finden, wenn man die Betäubung von ihnen nähme, die aus den Gewohnheiten des täglichen Lebens entspringe.“

Am 21. Mai 1920 umzingelten Angehörige des Reichswehr- Schutzregiments 4 aus Deutsch-Krone (Wałcz) sein Gut. Paasche, so lautete die Begründung, sei ein bekannter Pazifist und verberge wahrscheinlich Waffen für einen Aufstand. Ein Haftbefehl lag nicht vor. Er wurde dennoch aus dem Hinterhalt und ohne Anruf „auf der Flucht“ mit vier Schüssen ermordet. Waffen fand man keine. Niemand wurde wegen des politischen Mordes bestraft.
Gedenken
Paasche geriet in Vergessenheit. Allein am Standort des Archivs der deutschen Jugendbewegung wird an ihn erinnert. Die Burg Ludwigstein war 1920 gerade von Jugendbewegten in Besitz genommen worden, um sie als Ehrenmal für die gefallenen Wandervögel des Ersten Weltkriegs wieder aufzubauen. Unter dem Eindruck des Todes von Hans Paasche erhielt die stattliche 500 Jahre alte Linde, die unterhalb der Burg stand, den Namen „Paaschelinde“.

Burg Ludwigstein mit der Paasche-Linde (© Copyright Archiv der Jugendbewegung)

Im Jahr 2002 fiel die Linde im Sturm. Von Gut Waldfrieden (Wałcz – ehemals Westpreußen, heute Polen) war zuvor schon dessen Grabstein zum Ludwigstein gebracht worden. Polnische Jugendliche gruben nun auf dem zerfallenen Gut eine junge Linde aus und pflanzten sie gemeinsam mit deutschen Wandervögeln und Pfadfindern an die Stelle des alten Baums. So besteht der Platz um die Paaschelinde weiter als Ort des Gedenkens. Eine Dauerausstellung auf der Burg Ludwigstein erinnert an Hans Paasche. Mehrere Versuche, Straßen nach Hans Paasche zu benennen, wurden von den Behörden zurückgewiesen.

Hans Paasche ging es genauso wie vielen anderen Querdenkern, die sich gegen den Strom der Zeit stellten und Unmenschlichkeit, Unmoral und Geldgier anprangerten. Sie wurden vergessen und ein würdiges Gedenken wurde ihnen von welcher Öffentlichkeit auch immer stumm verweigert.

Kurt Tucholsky am 3. Juni 1920 in der »Weltbühne«

Paasche von Theobald Tiger
Wieder Einer. Das ist nun im Reich
Gewohnheit schon. Es gilt ihnen gleich.
So geht das alle, alle Tage.
Hierzuland löst die soziale Frage
ein Leutnant, zehn Mann. Pazifist ist. der Hund?
Schießt ihm nicht erst die Knochen wund!
Die Kugel ins Herz!
Und die Dienststellen logen:
Er hat sich seiner Verhaftung entzogen.
Leitartikel. Dementi. Geschrei.
Und in vierzehn Tagen ist alles vorbei.

Wieder Einer. Ein müder Mann,
der müde über die Deutschen sann.
Den preußischen Geist – er kannte ihn
aus dem Heer und aus den Kolonien,
aus der großen Zeit – er mochte nicht mehr.
Er haßte dieses höllische Heer.
Er liebte die Menschen. Er haßte Sergeanten
(das taten Alle, die beide kannten).
Saß still auf dem Land und angelte Fische.
Las ein paar harmlose Zeitungswische . . .

Spitzelmeldung. Da rücken heran
zwei Offiziere und sechzig Mann.
(Tapfer sind sie immer gewesen,
das kann man schon bei Herrn Schaefer lesen).
Das Opfer im Badeanzug . . . Schuß. In den Dreck.
Wieder son Bolschewiste weg -!
Verbeugung. Kommandos, hart und knapp.
Dann rückt die Heldengarde ab.
Ein toter Mann Ein Stiller. Ein Reiner.
Wieder Einer. Wieder Einer.
Und nun -?
3. Juni 1920 in der »Weltbühne«

Quellen
Kirstin Schreiber, Kulturkritik in der deutschen Jugendbewegung‚ Wandervogel‘ 1896–1914, Siegen, 2014
Hans Paasche, Vortrupp, Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit, III. Jahrgang, Hamburg 1914
Hans Paasche, Meine Mitschuld am Weltkriege, 1.-10. Tsd., Berlin, in: Flugschriften des Bundes Neues Vaterland, 1919, 20 Seiten
Hans Paasche, Das verlorene Afrika, Berlin 1919, in: Flugschriften des Bundes Neues Vaterland, Nr.16 , S.7
Helmut Donat, Auf der Flucht erschossen, Vom preußischen Militär zum Pazifisten, ZEIT, April 1981
http://gutenberg.spiegel.de/autor/hans-paasche-452
http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2015/871/pdf/schreiber.pdf
http://www.zeit.de/1989/48/ein-plagiat-bekommt-recht/seite-4
http://www.figuren.miniatures.de/vortrupp.html
http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-forschungsreise-des-afrikaners-lukanga-mukara-ins-innerste-deutschland-1915/1
http://gutenberg.spiegel.de/buch/-7145/27
http://www.spiegel.de/einestages/erster-freideutscher-jugendtag-1913-maedchen-und-knaben-miteinander-a-951067.html
https://www.offenesbuch.com/g120986
http://www.transodra-online.net/de/node/1946

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2 Antworten auf Vortrupp für eine bessere Welt

  1. Hartwig Zillmer sagt:

    Whow! Welch wunderbare Lektüre über einen mutigen, weitsichtigen Menschen. Vielen herzlichen Dank an die Initiator*innen, „einen Vergessenen“ wieder ins erinnernde Gedächtnis und die Öffentlichkeit zu bringen. Gibt es Familienangehörige? Sie und Freund*innen sollten einen Hans-Paasche-Verein gründen. Ich werde mich weiterhin mit ihm, seinem Denken, seinem viel zu kurzen Leben und seinen Aktivitäten befassen.

  2. invenies sagt:

    Aus dem zehnten Brief, den zwei Jugendliche aus Polen und Deutschland verfasst haben (zitiert aus: Jahrestagung des Archivs der deutschen Jugendbewegung Thema: Erinnerungsorte – Erinnerungsgemeinschaften, 2008):
    „Hans Paasche, ich denke du warst schon ein cooler Kerl. Ich hätte dich gerne kennen gelernt. Ich wäre gerne so wie du. Manchmal bewundere ich deine Taten und bin unzufrieden mit dem, was ich tue. Dann fange ich an zu meckern, statt etwas an meinem Verhalten zu ändern. Aber mehr als Meckern kriege ich nicht auf die Reihe. Ich denke, du warst ein großartiger Mensch und wenn sich alle Menschen hier an dir ein Beispiel nehmen würden, wäre die Welt gleich ein Stück besser.
    Hochachtungsvoll Deine Freunde Nils und Marcin!“

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