Noch’n Gedicht

Kaum hatte der Krieg am 1. August angefangen, da entpuppten sich Tausende von Soldaten als wahre Lyriker. Vor allem die Anfangsmonate brachten eine Fülle an kriegerischen Jubelgedichten hervor. Der Literaturkritiker Julius Bab schätzte für die ersten Kriegswochen die Zahl der Gedichte, die täglich in den Redaktionen von Zeitungen eingingen, auf rund 50.000. Schon 1914 wurde in Freiburg das Deutschen Volksliedarchiv gegründet, wo die während des Krieges entstandenen Lieder und Gedichte gesammelt wurden. http://www.1914-2014.eu/index.php/aktionen/59-lieder-und-gedichte-aus-dem-1-weltkrieg

Auf Postkarten und Feldpostbriefen haben die Soldaten die Gedichtform genutzt, um ihre unmittelbaren Fronterlebnisse zu verarbeiten. Diese Kriegsgedichte wurden in der Heimat oft vertont und gelegentlich öffentlich vorgetragen.

Besonders schöne Verse fanden so viel Anerkennung, dass sie auf Postkarten gedruckt wurden. Hieran beteiligten sich auch die Profis, die dichtenden Redakteure der Zeitungen, und wetteiferten mit den Frontsoldaten um die schönsten Verse für das Vaterland, die Ehre, den Kaiser und die Allmacht der Liebe, Treue usw.. Besonders eifrig und manchmal auch mit unfreiwilliger Komik wurde gedichtet, wenn es zu spät war.

Wenn Liebe könnte Wunder tun
Und Tränen Tote wecken.
Dann würde dich gewiß nicht hier
Die fremde Erde decken.

postka30

Argonnenmald Poem

postka29

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