{"id":3656,"date":"2018-03-01T17:10:00","date_gmt":"2018-03-01T16:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/win2014.de\/?p=3656"},"modified":"2020-08-23T15:43:18","modified_gmt":"2020-08-23T13:43:18","slug":"das-menschenschlachthaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/win2014.de\/?p=3656","title":{"rendered":"Das Menschenschlachthaus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es sind nach 1918 zahlreiche Romane geschrieben worden, die versuchten, das Grauen des Krieges darzustellen und anzuprangern. Ob Remarque, Arnold Zweig oder Henri Barbusse &#8211; sie alle schrieben gegen den Krieg und wurden dementsprechend kritisch be\u00e4ugt und sp\u00e4ter unter den Nazis verboten. Antikriegsromane eben.<br \/>\nWie sehr erstaunt es uns aber, dass es bereits vor 1914 jemanden gab, der die Schrecken des Krieges und das maschinengesteuerte T\u00f6ten vorhergesehen und in seinem Roman so dargestellt hat, wie die Welt vier Jahre lang mit Tod und Blut bedeckt wurde. 1912 erschien das Buch des Hamburger Lehrers Wilhelm Lamszus mit dem Titel \u201eDas Menschenschlachthaus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--moreweiterlesen--><br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3681 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/14248995520w-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/14248995520w-300x199.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/14248995520w.jpg 335w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><em>\u201eDie Erde hat sich aufgetan&#8230; es blitzt und knallt, es donnert, und der Himmel rei\u00dft entzwei und f\u00e4llt entflammt herab \u2013 die Erde fliegt in St\u00fccken auf. Die Menschen und die Erde explodieren und fahren rund wie Feuerr\u00e4der durch die Luft. Und dann&#8230; ein Krach, ein w\u00fctendes Get\u00f6se schl\u00e4gt uns an die Brust.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wilhelm Lamszus wurde 1881 in Altona geboren. Sein Vater war ein Schuster und Sozialdemokrat. Der junge Wilhelm wurde schon fr\u00fch in seinem Elternhaus mit dem Krieg konfrontiert. Sein Vater hatte 1870\/71 am Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg teilgenommen und war mit einer Kriegsneurose zur\u00fcckgekehrt.<br \/>\nAltona war damals neben Leipzig, Stettin und Berlin eine der Hochburgen der Sozialdemokratie. 1890 errang die SPD erstmals die meisten W\u00e4hlerstimmen bei einer Reichstagswahl. Da ist Wilhelm Lamszus gerade 9 Jahre alt. Er wei\u00df schon sehr fr\u00fch, dass er Lehrer werden will. Aber kein Lehrer am Gymnasium, kein Lehrer nur f\u00fcr die h\u00f6heren Bildungsschichten. Er m\u00f6chte, dass alle Kinder eine zeitgem\u00e4\u00dfe und praxisorientierte Schulbildung erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eGibt es denn keinen Weg, nicht l\u00e4nger Latein und Griechisch, Mathematik und \u00c4sthetik zum Inbegriff der Schule zu machen, sondern den jungen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lamszus macht kein Abitur. Das braucht er auch nicht, um Lehrer an einer Volksschule zu werden. Seine Eltern raten ihm dazu. Er tritt 1896 im Alter von vierzehn Jahren in das Hamburger Lehrerseminar ein. Sechs Jahre wird die Ausbildung zum Lehrer dauern. Hier trifft er junge Menschen, die \u00e4hnlich denken wie er. Lamszus schlie\u00dft sich leidenschaftlich den reformp\u00e4dagogischen Str\u00f6mungen an. Man trifft und engagiert sich in Lesevereinen f\u00fcr Arbeiter. Die N\u00e4he zur Sozialdemokratie oder zu den Kommunisten ist garantiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Protest gegen den veralteten Schulbetrieb mit seinen schematischen Lehrmethoden wird in Deutschland immer gr\u00f6\u00dfer. Aber Lamszus und den Reformp\u00e4dagogen geht es nicht nur um eine verbesserte Schule. Er will als P\u00e4dagoge auch die Gesellschaft und die Welt ver\u00e4ndern. In einer Welt, in der das Milit\u00e4r den Menschen sagt, wo es langgeht, kann die Jugend sich nicht frei entfalten, die Jugend, die von Soldatenbildern indoktriniert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWenn man den n\u00e4chsten kleinen Jungen fragte, was er sp\u00e4ter werden wolle, so warf er sich stolz in die Brust und stellte sich uns als ein zuk\u00fcnftiger General vor.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie soll eigentlich Schule gestaltet werden, damit Erfahrungen und Interessen der Kindern zur Geltung kommen k\u00f6nnen? 1902 tritt Lamszus in den Hamburger Schuldienst ein. Da ist er 20 Jahre alt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sagt oft, Schule ist der Ort, wo die Sch\u00fcler Antworten auf Fragen kriegen, die sie nie gestellt haben. Lamszus k\u00e4mpft dagegen an. Er will seine Sch\u00fcler zu kritischen B\u00fcrgern erziehen. Er verfasst erste p\u00e4dagogische Streitschriften, die in ihrer Radikalit\u00e4t Aufsehen erregen. Ein Titel: \u201eUnser Schulaufsatz, ein verkappter Schundliterat\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lamszus muss wie alle jungen M\u00e4nner eine Reserve\u00fcbung absolvieren. Dabei erlebt er hautnah, wie die modernste Kriegstechnik erprobt wird. Es gibt jetzt nicht nur das Gewehr mit einem Bajonett. Auch Trommelwirbel und Fahne, wie es sein Vater 1870\/71 noch erlebt hat, sind l\u00e4ngst entsorgt. Stattdessen muss er lernen mit einem Repetiergewehr umzugehen, mit einem Schnellfeuergesch\u00fctz und mit dem Maschinengewehr. Eine Luftwaffe gibt es inzwischen auch. Mit Schrecken und mit gro\u00dfer Vorstellungskraft malt er sich aus, welche Folgen diese Waffen in einem Krieg f\u00fcr die Soldaten haben w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-3678\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/0003_1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"501\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/0003_1.jpg 700w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/0003_1-300x215.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><em>\u201eMan lie\u00df ein Maschinengewehr schnurren, und schon spritzte es Kugeln dichter, als der Regen f\u00e4llt! Als h\u00e4tte der Tod die Sense aufs alte Eisen geworfen und w\u00e4re Maschinist geworden!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lamszus ist aufgew\u00fchlt und fassungslos. Zur\u00fcck an der Schule nimmt er sich vor, seine Erfahrungen unter die Menschen bringen. Aber wie? Ein weiteres p\u00e4dagogisches Traktat? Was soll man da blo\u00df schreiben? Eigentlich will er ja die Jugend ansprechen und ihnen zeigen, was sich da allm\u00e4hlich in Europa zusammenbraut. Es soll eine un\u00fcberh\u00f6rbare Warnung werden. Und tats\u00e4chlich gelingt das Wilhelm Lamszus. So entsteht 1912 die Idee, ein Jugendbuch gegen den Krieg zu schreiben. Ein Antikriegsbuch, wie es vorher noch keins gegeben hat. Er schreibt dieses Buch, in dem er unverbl\u00fcmt und drastisch einen kommenden Krieg schildert. Und drastisch ist auch der Titel: \u201eDas Menschenschlachthaus, Bilder vom kommenden Krieg\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3673 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/bild01-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"339\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/bild01-200x300.jpg 200w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/bild01.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/>Sein Antikriegsbuch hat \u00fcberw\u00e4ltigenden Erfolg. In wenigen Monaten werden mehr als 100\u2009000 Exemplare verkauft. 1913 erscheint eine \u00dcbersetzung auf Englisch, sp\u00e4ter auch auf Franz\u00f6sisch und in weiteren Sprachen. Sozialdemokratische Zeitungen und die aufkommende Friedensbewegung loben das Buch \u00fcberschw\u00e4nglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Pehnke, dem wir verdanken, dass Lamszus nicht in Vergessenheit geraten ist, fasst in einem Beitrag f\u00fcr die ZEIT (August 2017) den Inhalt des Buches zusammen. Alles das, was zwei Jahre sp\u00e4ter tats\u00e4chlich begann, ist bei Lamszus schon vorhanden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">\u201eDas Menschenschlachthaus\u201c erz\u00e4hlt das Schicksal eines jungen Familienvaters, der begeistert gegen den sogenannten Erbfeind Frankreich ins Feld zieht. Mit Marschmusik werden er und seine Kameraden verabschiedet. Vor dem Transport an die Front erleben sie noch in der Kirche die Waffenweihe im Namen Gottes, des Barmherzigen. Er erlebt den Einsatz neuer Waffen: Maschinengewehre und Landminen. Am Ende begeht dieser Soldat als einziger \u00dcberlebender in seinem Frontabschnitt Selbstmord und wird in einem Massengrab verscharrt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die b\u00fcrgerliche Presse in Deutschland tobt mit den bekannten Vokabeln. Lamszus sei ein vaterlandsloser Geselle. Die politische Polizei l\u00e4sst ihn observieren. Der kaiserliche Kronprinz fordert den Hamburger Senat auf, ihn aus dem Schuldienst zu entlassen. Lamszus wird zwar vorgeladen, aber Hamburg ist nicht Preu\u00dfen. Der Senator teilt ihm mit, dass er das Buch gelesen habe und nichts Gesetzwidriges darin finden k\u00f6nne. Zwar teile er keineswegs die dort vertretenen Ansichten, aber es sei nicht verboten, seine Meinung \u00fcber den Krieg offen aussprechen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3677\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3677\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3677\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/wbg00035_portr\u00e4t-lamszus-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"448\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/wbg00035_portr\u00e4t-lamszus-201x300.jpg 201w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/wbg00035_portr\u00e4t-lamszus.jpg 611w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-3677\" class=\"wp-caption-text\">Wilhelm Lamszus (1881-1965)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Schule m\u00f6chte man den unbequemen Lehrer jedoch nicht dulden. Lamszus wird nahegelegt, sich anderweitig zu engagieren. Er nimmt das Angebot an, die Lage der Deutschen in der franz\u00f6sischen Fremdenlegion in Nordafrika zu studieren. Als der Weltkrieg tats\u00e4chlich beginnt, wird sein Antikriegsbuch verboten.<\/p>\n<div id=\"attachment_3664\" style=\"width: 2953px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3664\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3664 size-full\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142214.jpg\" alt=\"\" width=\"2943\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142214.jpg 2943w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142214-300x36.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142214-1024x124.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2943px) 100vw, 2943px\" \/><p id=\"caption-attachment-3664\" class=\"wp-caption-text\">Hamburgisches Lehrerverzeichnis, Schuljahr 1924-25<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1920er Jahren ist Lamszus Lehrer an der Reformschule Tieloh-S\u00fcd in Hamburg-Barmbek, ab 1930 an der Meerweinschule in der Jarrestadt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird er als einer der ersten Hamburger Lehrer entlassen. Eine Professur an der P\u00e4dagogischen Hochschule Braunschweig darf er nicht \u00fcbernehmen. Zum Berufsverbot kommt auch ein Schreibverbot. Seine B\u00fccher werden am 10. Mai 1933 bei der Hamburger B\u00fccherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer verbrannt und aus den \u00f6ffentlichen Bibliotheken entfernt. Von 1933 bis 1945 lebt Lamszus von seiner verminderten Pension und journalistischen Gelegenheitsarbeiten, die er unter einem Pseudonym ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3667\" style=\"width: 670px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3667\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3667 size-full\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/static.evangelisch.de_.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/static.evangelisch.de_.jpg 660w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/static.evangelisch.de_-300x145.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><p id=\"caption-attachment-3667\" class=\"wp-caption-text\">Wilhelm Lamszus (1881-1965) Bild aus chrismon 2014, \u00a9 Marco Wagner<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 1945 kehrt er nicht mehr in den Schuldienst zur\u00fcck, setzt sich aber weiter f\u00fcr seine pazifistischen und p\u00e4dagogischen Ziele ein. Einen Ruf als Rektor der P\u00e4dagogischen Hochschule Berlin lehnt er aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ab. Er beantragt Wiedergutmachung f\u00fcr im Nationalsozialismus erlittenes Unrecht, die der Hamburger Staat 1956 ablehnt. 1960 verleiht ihm die P\u00e4dagogische Fakult\u00e4t der Ost-Berliner Humboldt Universit\u00e4t die Ehrendoktorw\u00fcrde. Wilhelm Lamszus stirbt 1965 in Hamburg mit 83 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3663 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Grausame-Visionen-vom-Krieg-neu-als-Buch_pdaArticleWide-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"156\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Grausame-Visionen-vom-Krieg-neu-als-Buch_pdaArticleWide-216x300.jpg 216w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Grausame-Visionen-vom-Krieg-neu-als-Buch_pdaArticleWide.jpg 243w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/>Das Gesamtwerk von Wilhelm Lamszus liegt inzwischen in einer beeindruckenden Werkausgabe vor, die Andreas Pehnke, Professor f\u00fcr Allgemeine P\u00e4dagogik an der Ernst Moritz Arndt Universit\u00e4t Greifswald, herausgegeben hat. Auch der Donat Verlag bietet den Roman aktuell an: Wilhelm Lamszus, Das Menschenschlachthaus. Visionen vom Krieg, Erster und zweiter Teil. ISBN 979-3-943425-38-3, 14,80 Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-3665\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142302.jpg\" alt=\"\" width=\"4640\" height=\"1063\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142302.jpg 4640w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142302-300x69.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/IMG_20180301_142302-1024x235.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4640px) 100vw, 4640px\" \/>Einen sensationellen Fund gab es im Juli 2005 im ehemaligen Wohnhaus von Wilhelm Lamszus in der Wellingsb\u00fctteler Landstra\u00dfe 36. Bei Renovierungsarbeiten wurde ein in Packpapier eingeschlagenes Paket entdeckt. Darin fanden sich B\u00fccher, Zeitschriften sowie unver\u00f6ffentlichte Manuskripte. Der Inhalt dieses versteckten Pakets l\u00e4sst vermuten, dass Lamszus mit dem Machtantritt der Nazis politische Verfolgung und Hausdurchsuchungen bef\u00fcrchtete. F\u00fcr ihn wichtige B\u00fccher und eine Materialsammlung zu den Themen Gaskrieg und Luftschutz versteckte er offensichtlich so gut, dass sie erst jetzt wiedergefunden wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Quellen<\/span><\/strong><br \/>\nAndreas Pehnke (Hrsg.): Werkausgabe Wilhelm Lamszus, Die literarische Werkausgabe des Hamburger Friedensp\u00e4dagogen Wilhelm Lamszus (1881\u20131965), Markkleeberg, 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Pehnke (Hrsg.), Wilhelm Lamszus: \u201eBegrabt die l\u00e4cherliche Zwietracht unter euch!\u201c Erinnerungen eines Schulreformers und Antikriegsschriftstellers, Markkleeberg, 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wilhelm Lamszus, Die Begabungsschule, Ein Beitrag zur geistigen Wiedergeburt, 1919<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Bastar, P\u00e4dagoge Wilhelm Lamszus, Ein vaterlandsloser Geselle, chrismon, Juli 2014 <a href=\"http:\/\/chrismon.evangelisch.de\/artikel\/2014\/ein-vaterlandsloser-geselle-21607\">http:\/\/chrismon.evangelisch.de\/artikel\/2014\/ein-vaterlandsloser-geselle-21607<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historische Bildungsforschung Online, Rezension der Werkausgabe Wilhelm Lamszus von Andreas Pehnke <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/rezbuecher-26271\">https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/rezbuecher-26271<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uwe Schmidt, Hamburger Schulen im \u201eDritten Reich\u201c, Hamburg, 2010<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lamszus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lamszus<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/feature-verlangt-von-automaten-dass-sie-denken-konnen-mit.media.0777e791ada312d40b39b39cf41d96e1.pdf\">http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/feature-verlangt-von-automaten-dass-sie-denken-konnen-mit.media.0777e791ada312d40b39b39cf41d96e1.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bredelgesellschaft.de\/schoeps\/rb2006.html#lamszus\">http:\/\/www.bredelgesellschaft.de\/schoeps\/rb2006.html#lamszus<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2014 gab es in Wuppertal eine Ausstellung mit dem Titel \u201eMenschenschlachthaus\u201c. Sie zeigte, wie franz\u00f6sische und deutsche K\u00fcnstler unter dem Ersten Weltkrieg litten, ihn aber kaum im Bild festhalten konnten. Vorbild war ausdr\u00fccklich der Roman von Wilhelm Lamszus.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/m.dw.com\/de\/die-kunst-kapituliert-vor-dem-krieg\/a-17549361\">http:\/\/m.dw.com\/de\/die-kunst-kapituliert-vor-dem-krieg\/a-17549361<\/a><\/p>\n<p>https:\/\/youtu.be\/2Vnq2QqdHaM<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Textauszug aus: <\/span><span style=\"font-size: 14pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">WILHELM LAMSZUS, Das Menschenschlachthaus (1912)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"><strong>Die fliegende Erde<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\">Mitten auf dem Marsch fiel einer neben mir zu Boden, streckte die Arme aus, klammerte sich am Boden fest und schrie und r\u00f6chelte die Erde an. Kaum eine halbe Stunde sp\u00e4ter sahen wir den zweiten, der in Kr\u00e4mpfe fiel. Und als wir dann im nassen Graben lagen und den Feind erwarteten, sprang pl\u00f6tzlich einer auf und schrie und lief davon. Er lachte aus der Ferne zu uns her, bis er im Regen uns aus den Augen entschwand. Das Schreien und das Laufen hat uns alle angesteckt. Nicht lange mehr, dann kommst du selber dran.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Die eine Nacht, die wir in unseren Gr\u00e4ben lagen und mitten in dem Donner der Gesch\u00fctze eingeschlafen waren, fuhr ich auf einmal auf &#8211; verwirrt &#8211; bet\u00e4ubt, und siehe da, die Sterne standen klar am dunklen, regungslosen Himmel und schienen feierlich, ach Gott, so feierlich in das Get\u00f6se nieder, als w\u00e4re alles nichts auf dieser Welt. Doch da &#8211; vor mir, vor meinen Augen flimmerte ein roter Schein &#8211; das ist ja eine Blutlache, die Sterne spiegeln sich darin so rot &#8211; &#8211; j\u00e4h \u00fcberfiel mich eine blinde Wut, laut aufzuheulen und die Faust zu ballen, dem gro\u00dfen Meister droben ins Gesicht zu schreien &#8211; aber ich hatte nicht Zeit zu schreien und zu laufen. Denn in derselben Nacht geschah es, da\u00df aus der Ferne ein unheimliches Surren zu uns kam. Das war der Tod, der auf Propellern zu uns flog. Die Nachtgespenster schwirrten her, wir schossen blindlings in die Luft; denn jeden Augenblick mu\u00dft es auf uns herunterst\u00fcrzen &#8230; Die Rohre \u00fcber uns &#8230; gleich spritzen sie &#8230; sie werfen Dynamit &#8230; und da, Leuchtbomben flammten auf&#8230; es schrie und krachte vor den Augen bin &#8230; dann waren sie davon &#8230; wir aber mu\u00dften aus den Gr\u00e4ben weichen &#8230; sinnlos, Maschinen gleich, sind wir den ganzen Tag marschiert. Ameisenkriechen f\u00fchlt ich in der Haut, die Nerven schmerzten, und s\u00e4\u00df uns nicht das Eisen im Genick, wir schmissen das Gewehr von uns und w\u00e4lzten uns der L\u00e4nge nach im feuchten Sande.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und dennoch haben sie es fertig gebracht, uns nun am vierten Tage wieder festzusetzen; denn hinter uns, jenseits des Flusses sind unsere Regimenter hin\u00fcbergegangen und suchen neue Stellungen. Wir aber m\u00fcssen den Gel\u00e4nde\u00fcbergang decken um jeden Preis.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Nun geht es auf den Rest. Wir standen noch, die Spaten in der Hand und warfen, lahm den R\u00fccken und die Arme, neue Erde auf den Wall, da sahen wir vor uns auf d\u00e4mmergrauem Feld Gestalten auf und ab, die w\u00fchlten gesch\u00e4ftig die Erde um und taten in die L\u00f6cher, was wir nicht sehen konnten, und gruben wieder zu. Lautlos waren sie bei ihrer Arbeit &#8211; kein schneller Schritt und keine heftige Bewegung &#8211; und als sie wieder zur\u00fcckkamen und an uns vorbei und weiter zogen, da waren ihre Gesichter fahl und ihre Lippen stumm. Das sind uns kapitale Maulw\u00fcrfe gewesen. Die haben gute Arbeit vollbracht. Sie haben die Erde unterminiert. Sie haben den Boden mit Sprengstoffen gef\u00fcllt, und wenn die Feinde heute nacht kommen, so werden wir ihnen mit Zinsen heimbezahlen, was sie uns gestern aus der Luft so reich beschert haben. Wie eine Mausefalle haben sie es aufgezogen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Dort &#8211; auch vor dem Minenfeld liegen weit auseinandergezogen zwei Kompagnien. Auch sie haben Sch\u00fctzengr\u00e4ben ausgehoben, und mitten zwischen ihnen ohne die geringste Deckung steht unsere Batterie auf freiem Feld und steht, als sollte sie dem Feinde ausgeliefert werden.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Nun liegen wir in unsern langen Gr\u00e4ben und starren in das Feld hinaus und starren auf die scharfumgrenzten Silhouetten der Gesch\u00fctze. L\u00e4ngst ist die Sonne untergegangen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Aus weiter Ferne prasselt hell und d\u00fcnn Gewehrfeuer zu uns her\u00fcber.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Ob es noch lange dauern wird?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Wir sollen unter den Gewehren bleiben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Wir haben unsere M\u00e4ntel angezogen. Die Nacht ist kalt, und lauernd seh ich auf das Totenfeld &#8211; nun ist mir alles einerlei &#8211; wenn es nur bald vor\u00fcber w\u00e4r. &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Eine Patrouille ist zur\u00fcckgekommen und stattet fl\u00fcsternd Meldung ab.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Man hat uns instruiert, nicht eher zu schie\u00dfen, als bis das Feuerkommando ert\u00f6nt und &#8211; &#8211; in die Luft zu schie\u00dfen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Da hinten weit am Horizont schwillt der Boden an, und die erh\u00f6hte Linie hebt sich vom Wolkenhimmel ab. Das Gewehrfeuer hat sich von Minute zu Minute verst\u00e4rkt und ist zu drohendem Geknatter angewachsen. Rechts und links von uns ist das Gefecht in vollem Gang. Vor uns das Minenfeld liegt still, und auch die beiden Kompagnien liegen still in ihren Gr\u00e4ben. &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Ich sp\u00fcre, da\u00df ich furchtbar m\u00fcde bin &#8211; &#8211; ich kann mich nicht mehr aufrecht halten &#8211; der Kopf sinkt aufs Gewehr &#8211; die Augen fallen zu &#8211; aber die \u00fcberreizten Nerven bleiben wach &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und jetzt &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Die Erde dr\u00f6hnt. Das ist die Batterie! Sie feuert in die Nacht hinaus. So kommt die Reihe nun an uns.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Wir h\u00f6ren, wie das Sch\u00fctzenfeuer dr\u00fcben bei den unsrigen er\u00f6ffnet wird, und wie es pl\u00f6tzlich w\u00e4chst und abflaut und wieder w\u00e4chst zu rasendem Geprassel. Das ist ein \u00fcberstarker Sch\u00fctzenangriff &#8230; sie k\u00f6nnen nicht mehr weit voneinander sein &#8230; und dennoch br\u00fcllt die Batterie und lockt den Feind zum Sturm heraus &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und schon erhebt sich in dem n\u00e4chtlichen Gefild ein kriegerisch Get\u00fcmmel &#8230; Trompeten blasen durch die Nacht und Trommeln hallen dumpf&#8230; das ist ein Sturmangriff&#8230; es ruft und rennt &#8230; es donnert siegestrunken an den Nachthimmel &#8230; das ist der Siegesschrei von Tausenden &#8230; zu Tausenden sind sie da dr\u00fcben auf die unsrigen gerannt und haben sie im Sturm erdr\u00fcckt &#8230; haha! sie haben eine Batterie im Sturm genommen &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Warum wird es auf einmal still &#8230; das war der Sinn &#8230; nun kommen wir &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> \u00bbGewehre hoch! Schnellfeuer!\u00ab Und die Salve kracht. Und siehe da &#8230; da dr\u00fcben jauchzt es wieder auf &#8230; das Sturmkommando ruft und Tausend rufen es zugleich &#8230; da kommt es angebraust &#8230; in dicken Fronten kommen sie gerannt, die Siegestrunkenen &#8230; es w\u00e4lzt sich br\u00fcllend auf das Pulverfeld &#8230; es tritt die Erde wie Rossehufe &#8230; das ist der Tod! &#8230; Ich liege starr &#8230; jetzt mu\u00df es knallen, jetzt! &#8230; ich rei\u00df den Mund weit auf &#8230; das Gewehr erzittert unter meiner Hand &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und da &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Die Erde hat sich aufgetan &#8230; es blitzt und knallt, es donnert, und der Himmel rei\u00dft entzwei und f\u00e4llt entflammt herab &#8211; die Erde fliegt in St\u00fccken auf&#8230; die Menschen und die Erde explodieren und fahren rund wie Feuerr\u00e4der durch die Luft &#8230; und dann &#8230; ein Krach, ein w\u00fctendes Get\u00f6se schl\u00e4gt uns auf die Brust, da\u00df wir r\u00fccklings zu Boden fliegen und besinnungslos im Sand nach Atem ringen &#8230; und nun &#8230; das Ungewitter schweigt &#8230; der Luftdruck weicht von unsrer Brust &#8230; wir atmen auf &#8230; nur noch zerstreutes Flammenspiel und Puffen &#8230; Feuerwerk &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Was aber ist denn das? &#8211; &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Wir lugen furchtsam \u00fcber die Erdw\u00e4lle hinaus. Hat sich die rote H\u00f6lle aufgetan?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Das schreit und gellt, das br\u00fcllt so unnat\u00fcrlich wild und schrankenlos, da\u00df wir uns enger aneinanderschmiegen &#8230; und zitternd sehen wir, wie unsere Gesichter, unsere Uniformen rote nasse Flecken haben und erkennen deutlich Fleischfasern auf dem Zeug. Und zwischen unsern Beinen liegt, was vorher nicht gelegen hat &#8211; wei\u00df gl\u00e4nzt es auf vom dunklen Sande und spreitet sich &#8230; eine fremde, abgerissene Hand&#8230; und da&#8230; und da&#8230; St\u00fccke Fleisch, daran die Uniform noch haftet &#8211; da wissen wirs und Grauen f\u00e4llt uns an:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Da drau\u00dfen liegen Arme, Beine, K\u00f6pfe, R\u00fcmpfe &#8230; die heulen in die Nacht hinaus, das ganze Regiment liegt dort zerfetzt am Boden, ein Menschenklumpen, der zum Himmel schreit &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Es steigen Wolken von der Erde hoch &#8230; die schreien in den L\u00fcften auf &#8230; in dicken Schwaden kommen sie gezogen, da\u00df wir die Wunden rauchen sehen und Blut und Knochen auf der Zunge schmecken &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und da erhebt es sich gespenstisch vor den Augen &#8230; ich seh den roten Tod da drau\u00dfen im Gefilde stehn &#8230; die Wolken zeigen ein Gesicht, das grinset in die Symphonie hinab &#8230; und pl\u00f6tzlich l\u00f6st sich aus der Dunkelheit ein heller Ton, den fiedelt der verz\u00fcckte Tod bis zum Zerspringen vor sich her &#8230; ist das ein Mensch, was da gelaufen kommt &#8230; da saust es her &#8230; er wird auf unsern R\u00fccken springen &#8230; halt! halt!! halt!!! hoch stolpert er den Sch\u00fctzengraben hoch und f\u00e4llt mit Glucksen und Geheul mitten in unsere Gewehre hinein. Er schl\u00e4gt mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen nach uns &#8230; er weint und strampelt wie ein Kind, und doch wagt keiner hinzuzuspringen &#8230; denn nun erhebt er sich aufs Knie &#8230; da sehen wir, das halbe Antlitz ist ihm weggerissen &#8230; das eine Auge weg &#8230; der zuckende Backenmuskel h\u00e4ngt herunter &#8230; er kniet und krampft die H\u00e4nde auf und zu und heult uns um Erbarmen an &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Wir sehen ihm voll Grauen zu und sind gel\u00e4hmt &#8230; da endlich hebt der Holsteiner &#8211; und unsere Augen sagen Dank &#8211; den Kolben hoch und setzt die M\u00fcndung auf die heile Schl\u00e4fe &#8230; ein Knall &#8230; und der Verst\u00fcmmelte f\u00e4llt hinten \u00fcber und bleibt gestillt in seinem Blute liegen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und wieder wirft die Dunkelheit Gestalten aus &#8230; die laufen an und taumeln wie Betrunkene &#8230; sie schlagen hin und raffen sich von neuem auf&#8230; sie springen vorw\u00e4rts zickzack durch die Nacht, bis sie zuletzt ersch\u00f6pft zusammenst\u00fcrzen und vor unsern Augen liegen bleiben und verenden &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Und endlich kommt einer herangekrochen &#8230; auf allen Vieren kriecht er her &#8230; er schleppt am Leibe etwas hinter sich, und ob er winselt wie ein kranker Hund und heult hell auf in langgezogenen T\u00f6nen &#8230; er kriecht doch r\u00fcstig her &#8211; und als er bei uns ist, da sehen wir &#8211; das Blut bleibt uns im Herzen stehn &#8211; es sind die Eingeweide, die heraus zum Leibe hangen &#8230; der Unterleib ist ihm von unten her zerrissen worden &#8230; er kriecht, er kriecht in seinen Eingeweiden hin &#8230; er kommt &#8230; die Eingeweide kommen &#8230; Entsetzen bricht aus allen Poren aus &#8230; denn kaum drei Schritte vor mir bleibt er liegen &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> \u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind nach 1918 zahlreiche Romane geschrieben worden, die versuchten, das Grauen des Krieges darzustellen und anzuprangern. Ob Remarque, Arnold Zweig oder Henri Barbusse &#8211; sie alle schrieben gegen den Krieg und wurden dementsprechend kritisch be\u00e4ugt und sp\u00e4ter unter den &hellip; <a href=\"http:\/\/win2014.de\/?p=3656\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3671,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[222,227],"tags":[244,241,14,215],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/1_0001.jpg","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656"}],"collection":[{"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3656"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4135,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656\/revisions\/4135"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3671"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/win2014.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}