{"id":2718,"date":"2016-01-16T13:41:37","date_gmt":"2016-01-16T12:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/win2014.de\/?p=2718"},"modified":"2016-01-18T23:25:25","modified_gmt":"2016-01-18T22:25:25","slug":"hamburger-kriegsbuch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/win2014.de\/?p=2718","title":{"rendered":"Hamburger Kriegsbuch 1914"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2786 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/entkratzt-5075-300x200.jpg\" alt=\"entkratzt 5075\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/entkratzt-5075-300x200.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/entkratzt-5075-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am 1. April 1915 begannen in Hamburg die Osterferien. Es gab Zeugnisse, denn damals endete das Schuljahr immer zu Ostern. Die Schulabg\u00e4nger &#8211; Abiturienten und Realsch\u00fcler &#8211; wollten hinaus ins Leben und die gro\u00dfe weite Welt f\u00fcr sich erobern. Aber es war Krieg. Der dauerte bereits ein halbes Jahr, und niemand wusste, wie es weitergehen w\u00fcrde. Finde ich jetzt in der schwierigen Zeit einen Ausbildungsplatz? Kann ich mein Studium beginnen oder werde ich gleich Soldat? Die Zukunft war f\u00fcr die Jungen und M\u00e4dchen ungewiss.<\/strong><br \/>\nDa hatte die Hamburger Oberschulbeh\u00f6rde einen gro\u00dfartigen Einfall. Sie gab ein Buch in Auftrag, das innerhalb weniger Wochen druckfertig war. Dieses Buch, das in kostbares Leinen gebunden war (336 Seiten), sollte allen Hamburger Schulabg\u00e4ngern auf der Entlassungsfeier mit den Zeugnissen \u00fcberreicht werden. Es hie\u00df <em>Hamburger Kriegsbuch 1914.<\/em><br \/>\n<!--more weiterlesen--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2772\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0001.jpg\" alt=\"HH kriegsbuch_0001\" width=\"1129\" height=\"1617\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0001.jpg 1129w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0001-209x300.jpg 209w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0001-715x1024.jpg 715w\" sizes=\"(max-width: 1129px) 100vw, 1129px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2773 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0002-208x300.jpg\" alt=\"HH kriegsbuch_0002\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0002-208x300.jpg 208w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0002-710x1024.jpg 710w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-kriegsbuch_0002.jpg 1105w\" sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/>Dieses Machwerk wurde im \u201eAuftrage der Lernmittelkommission der Oberschulbeh\u00f6rde\u201c herausgegeben. Daf\u00fcr brauchte es sogar eine Extra-Genehmigung vom \u201estellvertretenden General-kommando\u201c, das an der Palmaille eingerichtet wurde und auch f\u00fcr Hamburg zust\u00e4ndig war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hamburg war in den ersten Kriegsmonaten genauso euphorisch und siegestrunken wie alle St\u00e4dte im Reich. Vor allem in b\u00fcrgerlichen Kreisen gingen die Wellen der Begeisterung hoch. Es kam zu skurrilen Ausw\u00fcchsen. \u201eJeder Sto\u00df ein Franzos\u201c wurde schnell ein Gassenhauer. Die Franzosen mussten schnellstens weggehauen werden, am liebsten auch alles Franz\u00f6sische. So wurde das \u00bbCaf\u00e9 Belvedere\u00ab an der Ecke Ballindamm\/Bergstra\u00dfe schnell in \u00bbKaffeehaus Vaterland\u00ab umbenannt. Ist es Zufall oder sp\u00e4te Wiedergutmachung, dass dieses Haus jetzt die \u201eEuropaPassage\u201c beherbergt? Das \u00bbHotel de Russie\u00ab wurde in \u00bbPreu\u00dfischer Hof\u00ab umbenannt und franz\u00f6sischer Camembert war auf einmal unverk\u00e4uflich.<img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2778 aligncenter\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Fahrstuhl_Europapassage_Hamburg_2009_stitched_12.jpg\" alt=\"Fahrstuhl_Europapassage_Hamburg_2009_stitched_12\" width=\"532\" height=\"180\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Fahrstuhl_Europapassage_Hamburg_2009_stitched_12.jpg 532w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Fahrstuhl_Europapassage_Hamburg_2009_stitched_12-300x102.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Krieg hinterlie\u00df in Hamburg schon in den ersten Tagen und Wochen Spuren in der Stadt. F\u00fcr alle sichtbar waren die milit\u00e4rischen \u00dcbungen auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen (Moorweide) und nat\u00fcrlich die zum Bahnhof marschierenden Kompanien der Armee. Bis Ende 1918 zogen etwa 230.000 Hamburger M\u00e4nner als Soldaten in den Krieg. 34.181 von ihnen kamen zu Tode.<br \/>\nVon dieser traurigen Bilanz war Ostern 1915, als die Schulabg\u00e4nger das Hamburger Kriegsbuch als Abschiedsgeschenk gewisserma\u00dfen in ihren Tornister gelegt bekamen, noch nichts zu sp\u00fcren. Die Oberschulbeh\u00f6rde ging im Vorwort wie alle davon aus, dass der Krieg eine vor\u00fcbergehende Erscheinung sei und dass man sich beeilen m\u00fcsste, wenn man noch dabei sein wollte. Opfermut und Tapferkeit vorausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die Oberschulbeh\u00f6rde<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Zur Einf\u00fchrung.<\/span><\/strong><br \/>\n<em>Meine lieben Jungen und M\u00e4dchen!<\/em><br \/>\n<em> Die Oberschulbeh\u00f6rde \u00fcberreicht Euch bei Eurem Ausscheiden aus der Schule ein \u201eHamburger Kriegsbuch&#8220;. Der Titel darf Euch nicht stutzig machen. Hamburger k\u00e4mpfen auch in anderen Regimentern, nicht nur bei den 76ern; sie k\u00e4mpfen auch nicht nur f\u00fcr Hamburg, sondern f\u00fcr die Sache des gro\u00dfen deutschen Vaterlandes. Aber wie Gl\u00fcck und Leid unseres gesamten Volkes sich bei Hamburgern und in Hamburg kundgetan haben, das m\u00f6chte dies Buch besonders betonen. Es sind mir Tageb\u00fccher und Feldpostbriefe in liebensw\u00fcrdigster Weise zug\u00e4nglich gemacht worden. Wir alle danken den Verfassern f\u00fcr das hohe Vertrauen, das sie uns durch deren Zustellung bekundeten.<\/em><br \/>\n<em> Wir danken den Redaktionen der Hamburger Zeitungen, die uns in entgegenkommender Weise den Nachdruck aus ihren Bl\u00e4ttern gestatteten. Wir danken endlich den Dichtern Deutschlands, die in freundlicher &#8211; manche in freudigster &#8211; Zustimmung die Aufnahme ihrer Gedichte erlaubten. Was aus Aktenst\u00fccken, aus Briefen und Dichtungen spricht, die gewaltige Tapferkeit unserer Krieger, der begeisterte Opfermut aller St\u00e4nde, das soll Euch im Ged\u00e4chtnis bleiben. Das soll Euer Herz bewegen und Euch zu gleichen Leistungen entflammen. F\u00fcr die Sache unseres Volkes sollt auch Ihr all Euer Denken und K\u00f6nnen einsetzen, Ihr M\u00e4dchen und Ihr Knaben, die Ihr heute aus der Schule hinaustretet in das Leben.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>*****<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinaustreten in das Leben war f\u00fcr viele junge Hamburger gleichbedeutend mit \u201eEintreten in den Wehrdienst\u201c. Nicht das Leben, sondern eher der Tod wartete auf sie. In den Hamburger Tageszeitungen fanden sich schon Mitte September 1914 neben den offiziellen Totenlisten erste private Traueranzeigen. Sie sollten bald ganze Seiten f\u00fcllen.<br \/>\nDas Kriegsbuch enthielt Gedichte, eine Predigt im Michel, Tagebuch-aufzeichnungen, Zeitungsberichte, Kampfschilderungen und Feldpostbriefe. Hierin wurde der Krieg durchweg verherrlicht und verharmlost, ja sogar freudig gefeiert. Das Buch spiegelte damit wider, wie die Stadt und ihre Bev\u00f6lkerung mit dem Kriegsgeschehen umgingen. F\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit wurde viel geboten, um die Kriegsbegeisterung zu steigern. Es gab zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen, Konzerte und Attraktionen, die durchaus mit dem Fr\u00fchjahrsdom und anderen Volksbelustigungen konkurrieren konnten. Der Krieg hatte damit in Hamburg bald Eventcharakter.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2783\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Weltenbrand-1914-Hamburger-Fremdenblatt.jpg\" alt=\"Weltenbrand-1914-Hamburger-Fremdenblatt\" width=\"820\" height=\"461\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Weltenbrand-1914-Hamburger-Fremdenblatt.jpg 820w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/Weltenbrand-1914-Hamburger-Fremdenblatt-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 820px) 100vw, 820px\" \/>Es gab eine Kaiserfeier f\u00fcr die Verwundeten am Rathaus \u2013 mit Musike, Aufm\u00e4rschen und Reden. Es gab Liederabende im Lazarett. Der Chor der Junglehrerinnen sollte ein wenig Trost spenden und zeigen, was das Leben sonst so zu bieten hat. Im Hafenkrankenhaus wurde am 7. Juli 1915 ein Gartenkonzert veranstaltet unter dem Motto \u201eO Deutschland hoch in Ehren!\u201c<br \/>\nEs gab einen Tag der offenen T\u00fcr im Marinelazarett auf der Veddel und in der Fliegerschule in Fuhlsb\u00fcttel. Es gab eine Bismarck-Ausstellung \u201eBlut und Eisen\u201c &#8211; nicht nur im Sachsenwald, sondern auch im Gewerbemuseum am Hauptbahnhof (heute Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe). Das Warenlager des Kaufhauses Tietz in Ottensen war inzwischen eine Kaserne, und die Verwandten konnten ihre Krieger beim Landsturm zum letzten Mal besuchen, bevor es an die Front nach Belgien oder Galizien ging.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2780\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18-6-jpg-data.jpg\" alt=\"18-6-jpg-data\" width=\"1297\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18-6-jpg-data.jpg 1297w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18-6-jpg-data-300x237.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18-6-jpg-data-1024x808.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1297px) 100vw, 1297px\" \/>Am Hauptbahnhof und in der Gro\u00dfen Allee (heute Adenauerallee) gab es Verpflegungsstationen f\u00fcr die einr\u00fcckenden Soldaten. Allein im Juni 1915 wurden w\u00f6chentlich 300 000 Portionen verteilt. In der Langen Reihe wurde ein Brotempfang in der Turnhalle eingerichtet, finanziert von der Kriegshilfe. Verwandte waren mit dabei, um Abschied zu nehmen.<br \/>\nIm Sommer 1916 machte in der Ernst-Merck-Halle eine gro\u00dfe Kriegsausstellung Station, die durch ganz Deutschland tourte. Das Non-Plus-Ultra-Highlight gab es aber ab Juni 1915 in Eppendorf. Dort baute man in der Erikastra\u00dfe eine Kriegslandschaft mit Sch\u00fctzengr\u00e4ben, Unterst\u00e4nden und erbeuteten Waffen nach. Gegen eine Spende f\u00fcr das Rote Kreuz konnte man selber in den Sch\u00fctzengraben steigen. 50 Pfennig f\u00fcr Erwachsene, 30 Pfennig f\u00fcr Kinder. F\u00fcr viele bestimmt aufregender als die Geisterbahn auf dem Dom.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr alle, die jetzt den Kopf sch\u00fctteln und sich diese naive Kriegsbegeisterung der Hamburger nicht vorstellen k\u00f6nnen, soll hier der Abschnitt IV. aus dem Kriegsbuch von 1914 wiedergegeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 24pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif; color: #ff0000;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-2790\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-1024x231.jpg\" alt=\"HH\" width=\"640\" height=\"144\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-1024x231.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH-300x68.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/HH.jpg 1052w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>Hamburger Kriegsbuch 1915<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"font-size: 14pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">IV. Wir in Hamburg w\u00e4hrend der Kriegszeit. <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 14pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Aus einer Kriegspredigt (gehalten am 5. August 1914, Kriegs-Bettag) von D. Hunzinger, Hauptpastor zu St. Michaelis.<\/span><\/strong><br \/>\nMitten in diesen Schicksalsstunden und ihrer Erregung w\u00e4chst vor unseren Augen eine Gestalt unter uns zur Riesengr\u00f6\u00dfe empor, zur Reckengestalt hoch und hehr wie der Bismarck dort drau\u00dfen \u00fcber dem Hafen, heldenhaft wie Barbarossa: der Kaiser. Wieviel wir alle gelitten haben, niemand von uns kann die seelischen K\u00e4mpfe und Leiden ermessen, die das kaiserliche Herz in diesen Tagen ertrug. Und wie ertrug &#8211; wie ist er gro\u00df und gr\u00f6sser geworden als das drohende und dann hereinbrechende Schicksal! Wie ist er \u00fcber uns alle, \u00fcber sich selbst hinausgewachsen. Wie steht er jetzt unter uns da als der Gr\u00f6\u00dfte von allen, als der beste Deutsche, der st\u00e4rkste Mann der Station, der gottbegnadete F\u00fchrer und Herzog der Deutschen. Keinen Augenblick hat ihn seine Mannhaftigkeit. Festigkeit, Ruhe, Entschlossenheit, seine Vornehmheit, Offenheit, Schlichtheit, seine W\u00fcrde, sein Adel, seine Majest\u00e4t verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir l\u00e4ngst unsern Kaiser zu kennen vermeinten, jetzt haben wir ihn ganz kennen gelernt, seine Seelengr\u00f6\u00dfe und seinen edlen Sinn. Und was f\u00fcr Worte hat er zu seinem Volk geredet, zum Herzen seines Volkes. Wie jauchzen sie ihm alle zu! Aber lasst uns ja nicht heute vergessen, zu fragen, was es ist, das ihm in \u00fcbermenschlich schweren Stunden solche weltgeschichtliche Kraft und Gr\u00f6\u00dfe verlieh! Seine eigenen Worte im Bu\u00dftagsausruf an sein Volk m\u00f6gen die Antwort geben: \u201eWie ich von Jugend auf gelernt habe, auf Gott den Herrn meine Zuversicht zu setzen, so empfinde ich in diesen ernsten Tagen das Bed\u00fcrfnis, vor ihm mich zu beugen und seine Barmherzigkeit anzurufen. Das gro\u00dfe Bismarckwort: \u201eWir Deutsche f\u00fcrchten Gott, sonst nichts in der Welt\u201c, das wir so oft und gern im Munde f\u00fchren, der Kaiser hat es in seiner Person zur Tat und Wahrheit werden lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-2791\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18438.211037.large_-1024x638.jpg\" alt=\"18438.211037.large\" width=\"640\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18438.211037.large_.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/18438.211037.large_-300x187.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>Was ihn jetzt stark und gro\u00df macht, das ist f\u00fcrwahr sein evangelischer Glaube. Er hat das festgehalten, fest mit seinen H\u00e4nden umklammert, was so vielen Gliedern seines Volkes aus den H\u00e4nden zu entgleiten drohte, ja schon entglitten war: den Glauben, (sein Glaube macht ihn jetzt in der Stunde der Gefahr zum Helden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kaiser hat auch von vornherein die Lage in ihrer ganzen Tiefe erfa\u00dft. Er ist durchdrungen davon, da\u00df es sich in diesem Kampfe nicht nur um eine physische Kraftprobe, um politische Vorteile oder wirtschaftliche Werte handelt, sondern da\u00df Deutschlands heiligste G\u00fcter und innerlichsten Werte bedroht sind. Der Kaiser durchschaut mit seinem durch sittlichen Ernst und religi\u00f6se Energie gest\u00e4rkten Auge den geistigen, idealen, religi\u00f6s-sittlichen Grundcharakter des Krieges. Sein ganzes Auftreten, alle seine Worte atmen die Sehnsucht seines gro\u00dfen Herzens, da\u00df der Kampf die rechte Weihe empfange, die Glaubensweihe, die Gottesweihe, die Gebetsweihe; da\u00df der rechte Geist aus der H\u00f6he \u00fcber die K\u00e4mpfer komme, da\u00df ja der gl\u00e4nzenden \u00e4u\u00dferen Mobilmachung das innerliche, innerlichste Ger\u00fcstetsein nicht fehle. Der Kaiser lebt jetzt ganz und gar in der Wirklichkeit des Wortes: So jemand auch k\u00e4mpfet, wird er doch nicht gekr\u00f6nt, er k\u00e4mpfe denn recht. Geweihte Kraft, geheiligte Macht mu\u00df es fein, die den frevelhaften Angriff unserer Feinde zur\u00fcckweist. Alles kommt aus den Geist an, in dem wir k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O, da\u00df nur alle diese heilige \u00dcberzeugung durchdringen m\u00f6chte. Alle Fasern unserer Nerven und alle Regungen unserer Seele dr\u00e4ngen jetzt zum Siege. Ein Gedanke, ein Wille hat jetzt im ganzen deutschen Volke alle anderen Gedanken und Willen impulsiv auf Wochen und Monate verdr\u00e4ngt: Sieg, Sieg! Wir wollen, wir m\u00fcssen siegen. Und doch d\u00fcrfen wir in dieser hei\u00dfen Begierde des Sieges nicht vergessen, da\u00df der Sieg, der uns winkt, mehr sein mu\u00df als ein \u00e4u\u00dferer Triumph der Waffengewalt &#8211; und w\u00e4re es auch ein noch nie dagewesener. Wie unser mit allen Kr\u00e4ften physischer Vernichtung gef\u00fchrter Kampf zugleich ein Geisteskampf sein mu\u00df, so mu\u00df der Sieg, dem wir zudr\u00e4ngen, ein Geistessieg im h\u00f6chsten Sinne des Wortes sein &#8211; nicht blo\u00df ein Zerschmettern des Feindes. Auch von Siegen hei\u00dft es: an ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen. Am meisten aber von deutschen Siegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der \u00a0folgende Aufruf wurde am 4. Oktober 1914 von der gesamten deutschen Tagespresse kommentarlos abgedruckt und f\u00fcr die Hamburger Schulabg\u00e4nger im Kriegsbuch \u00fcbernommen. Die Unterzeichner unterschrieben mit ihrem Titel und Namen. Die vollst\u00e4ndige Namensliste findet sich unten im Anhang. Wichtig war den Professoren, K\u00fcnstlern und Schriftstellern vor allem der Schlusssatz:<\/span><\/p>\n<p class=\"rez\">Daf\u00fcr stehen wir Euch ein mit unserm Namen und <i>mit unserer Ehre!<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt;\">Gegen die Verleumdungen von Feindesseite <\/span><\/strong><br \/>\nwendet sich die folgende \u00f6ffentliche Kundgebung. Sie ist unterzeichnet von mehr als 90 bekannten deutschen Dichtern, K\u00fcnstlern und Gelehrten. Unter diesen finden wir auch folgende Namen: Prof. Justus Brinkmann, Museumsdirektor (Hamburg), Richard Dehmel (Hamburg), Maximilian Lenz, Professor der Geschichte (Hamburg).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2810\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/August_Erlebnis_Aufmacher.jpg\" alt=\"August_Erlebnis_Aufmacher\" width=\"700\" height=\"185\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/August_Erlebnis_Aufmacher.jpg 700w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/August_Erlebnis_Aufmacher-300x79.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: times new roman,times,serif;\"><strong><span style=\"font-size: 18pt;\">Es ist nicht wahr! <\/span><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: times new roman,times,serif;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 18pt;\"><span style=\"font-family: times new roman,times,serif;\">An die Kulturwelt!<\/span> <\/span><\/strong><br \/>\nWir als Vertreter deutscher Wissenschaft und Kunst erheben vor der gesamten Kulturwelt Protest gegen die L\u00fcgen und Verleumdungen, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm ausgezwungenen schweren Daseinsk\u00e4mpfe zu beschmutzen trachten. Der eherne Mund der Ereignisse hat die Ausstreuung erdichteter deutscher Niederlagen widerlegt. Umso eifriger arbeitet man jetzt mit Entstellungen und Verd\u00e4chtigungen. Gegen sie erheben wir laut unsere Stimme. Sie soll die Verk\u00fcnderin der Wahrheit sein. Es ist nicht wahr, da\u00df Deutschland diesen Krieg verschuldet hat. Weder das Volk hat ihn gewollt, noch die Regierung, noch der Kaiser. Von deutscher Seite ist das \u00e4u\u00dferste geschehen, ihn abzuwenden.Daf\u00fcr liegen der Welt die urkundlichen Beweise vor. Oft genug hat Wilhelm II. in den sechsundzwanzig Jahren seiner Regierung sich als Schirmherr des Weltfriedens erwiesen; oft genug haben selbst unsere Gegner dies anerkannt. Ja, dieser n\u00e4mliche Kaiser, den sie jetzt einen Attila zu nennen wagen, ist jahrzehntelang wegen seiner unersch\u00fctterlichen Friedensliebe von ihnen verspottet worden. Erst als eine schon lange an den Grenzen lauernde \u00dcbermacht von drei Seiten \u00fcber unser Volk herfiel, hat es sich erhoben wie ein Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht wahr, da\u00df wir freventlich die Neutralit\u00e4t Belgiens verletzt haben. Nachweislich waren Frankreich und England zu ihrer Verletzung entschlossen. Nachweislich war Belgien damit einverstanden. Selbstvernichtung w\u00e4re es gewesen, ihnen nicht zuvorzukommen.<br \/>\nEs ist nicht wahr, da\u00df eines einzigen belgischen B\u00fcrgers Leben und Eigentum von unseren Soldaten angetastet worden ist, ohne da\u00df die bitterste Notwehr es gebot. Denn wieder und immer wieder, allen Mahnungen zum Trotz, hat die Bev\u00f6lkerung sie aus dem Hinterhalt beschossen, Verwundete verst\u00fcmmelt, \u00c4rzte bei der Aus\u00fcbung ihres Samariterwerkes ermordet. Man kann nicht niedertr\u00e4chtiger f\u00e4lschen, als wenn man die Verbrechen dieser Meuchelm\u00f6rder verschweigt, um die gerechte Strafe, die sie erlitten haben, den Deutschen zum Verbrechen zu machen.<br \/>\nEs ist nicht wahr, da\u00df unsere Truppen brutal gegen L\u00f6wen gew\u00fctet haben. An einer rasenden Einwohnerschaft, die sie im Quartier heimt\u00fcckisch \u00fcberfiel, haben sie durch Beschie\u00dfung eines Teiles der Stadt schweren Herzens Vergeltung \u00fcben m\u00fcssen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil von L\u00f6wen ist erhalten geblieben. Das ber\u00fchmte Rathaus steht g\u00e4nzlich unversehrt. Mit Selbstaufopferung haben unsere Soldaten es vor den Flammen bewahrt. Sollten in diesem furchtbaren Kriege Kunstwerke zerst\u00f6rt worden sein oder noch zerst\u00f6rt werden, so w\u00fcrde jeder Deutsche es beklagen. Aber so wenig wir uns in der Liebe zur Kunst von irgendjemand \u00fcbertreffen lassen, so entschieden lehnen wir es ab, die Erhaltung eines Kunstwerkes mit einer deutschen Niederlage zu erkaufen.<br \/>\nEs ist nicht wahr, da\u00df unsere Kriegf\u00fchrung die Gesetze des V\u00f6lkerrechts mi\u00dfachtet. Sie kennt keine zuchtlose Grausamkeit. Im Osten aber tr\u00e4nkt das Blut der von russischen Horden hingeschlachteten Frauen und Kinder die Erde, und im Westen zerrei\u00dfen Dumdum-Geschosse unseren Kriegern die Brust. Sich als Verteidiger europ\u00e4ischer Zivilisation zu geb\u00e4rden, haben die am wenigsten Recht, die sich mit Russen und Serben verb\u00fcnden und der Welt das schmachvolle Schauspiel bieten, Mongolen und Neger auf die wei\u00dfe Rasse zu hetzen.<br \/>\nEs ist nicht wahr, da\u00df der Kampf gegen unseren sogenannten Militarismus kein Kampf gegen unsere Kultur ist, wie unsere Feinde heuchlerisch vorgeben. Ohne den deutschen Militarismus w\u00e4re die deutsche Kultur l\u00e4ngst vom Erdboden getilgt. Zu ihrem Schutze ist er aus ihr hervorgegangen in einem Lande, das jahrhundertelang von Raubz\u00fcgen heimgesucht wurde, wie kein zweites.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2784\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/wk3-jpg-data.jpg\" alt=\"wk3-jpg-data\" width=\"1547\" height=\"1024\" \/>Deutsches Heer und deutsches Volk sind eins. Dieses Bewu\u00dftsein verbr\u00fcdert heute 70 Millionen Deutsche ohne Unterschied der Bildung, des Standes und der Partei. Wir k\u00f6nnen die vergifteten Waffen der L\u00fcge unseren Feinden nicht entwinden. Wir k\u00f6nnen nur in alle Welt hinausrufen, da\u00df sie falsches Zeugnis ablegen wider uns. Euch, die Ihr uns kennt, die Ihr bisher gemeinsam mit uns den h\u00f6chsten Besitz der Menschheit geh\u00fctet habt, Euch rufen wir zu: Glaubt uns! Glaubt, da\u00df wir diesen Kampf zu Ende f\u00fchren werden als ein Kulturvolk, dem das Verm\u00e4chtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle. Daf\u00fcr stehen wir Euch ein mit unserem Namen und mit unserer Ehre!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt;\">F\u00fchrer.<\/span><\/strong><br \/>\nAn den Grenzen in Westen und Osten,<br \/>\nAn beiden Meeren, entlang den Strand,<br \/>\nErdharte Wolken lagern,<br \/>\nLand \u00fcberm Land,<br \/>\nHimmlische Mannschaft steht in L\u00fcften auf Posten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther, der Landsknecht Gottes, mit reisiger Bibel bewehrt,<br \/>\nBach, vorbetend preisende Orgelges\u00e4nge,<br \/>\nKant, gewappnet mit Pflicht, gewaffnet mit Strenge,<br \/>\nSchiller, die m\u00e4chtige Rede schwingend als malmendes Schwert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beethoven, von k\u00e4mpfenden Erzmusiken umdr\u00f6hnt,<br \/>\nGoethe, kaiserlich ragend, von Tagewerksonne gekr\u00f6nt,<br \/>\nBismarck, gro\u00dfh\u00e4uptig, geharnischt, pallaschbereit,<br \/>\nDes ewigen Bundes Kanzler in Ewigkeit, \u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seht sie gedr\u00e4ngt verd\u00e4mmern in Ferneschein,<br \/>\nD\u00fcrer und Arndt und Hebbel, Peter Fischer und Kleist und Stein.<br \/>\nRings \u00fcber Deutschland stehn sie auf hoher Wacht,<br \/>\nGeneralstab der Geister, mitwaltend \u00fcber der Schlacht.<br \/>\n<em>Ernst Lissauer.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt;\">Deutscher Trost.<\/span><\/strong><br \/>\nUnd wird es euren Herzen auch schwer,<br \/>\nDen Sohn zu missen,<br \/>\nMit euch tragen tausend und mehr.<br \/>\nDas sollt ihr wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und k\u00e4m&#8216; auch die Nachricht, es legte der Tod<br \/>\nIhm hart das Kissen:<br \/>\nEure Not ist deutsche Not!<br \/>\nDas sollt ihr wissen.<br \/>\n<em> Hermann Claudius.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2781\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2222-jpg-data.jpg\" alt=\"2222-jpg-data\" width=\"1517\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2222-jpg-data.jpg 1517w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2222-jpg-data-300x203.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2222-jpg-data-1024x691.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1517px) 100vw, 1517px\" \/>Der Sieger.<\/span><\/strong><br \/>\nSeele, o sieh nicht dich selbst mit Verz\u00fccken.<br \/>\nEil \u00fcber umgeschlagene Br\u00fccken,<br \/>\nEil \u00fcber Fernen<br \/>\nHin zu den Sternen,<br \/>\nDenen du angeh\u00f6rst!<br \/>\nEitelkeit kommt<br \/>\nUnd streckt ihre langen<br \/>\nGlatten Finger,<br \/>\nUm dich zu fangen.<br \/>\nNarrheit h\u00e4lt dir den Spiegel, den blinken.<br \/>\nWillst du darin versinken?<br \/>\nErtrinken<br \/>\nIn den weichen Wassern des Ruhms?<br \/>\nNimmermehr!<br \/>\nDeines Heiligtums l autere Sterne,<br \/>\nSchau sie in fliegender, flimmernder Ferne<br \/>\nTief zuunterst vom Himmelsrand<br \/>\nAufw\u00e4rtssteigen wie winkende Hand:<br \/>\nSeele, wo bliebst du?<br \/>\n<em>Hermann Claudius.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt;\">Quellen<\/span><\/strong><br \/>\nHamburger Kriegsbuch 1914, zusammengestellt von Karl Jahrmarkt<br \/>\nHamburger Kriegsbuch 1915, zusammengestellt von Karl Jahrmarkt<br \/>\nChristoph Strupp, Die mobilisierte Gesellschaft, Hamburg im ersten Weltkrieg<\/p>\n<p class=\"rez\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Anhang<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"rez\">Namensliste aller Unterzeichner vom \u00f6ffentlichen Aufruf Anfang Oktober 1914:<\/p>\n<p class=\"rez\"><small>Adolf v. Baeyer, Exz., Professor der Chemie, M\u00fcnchen; Professor Peter Behrens, Berlin; Emil v. Behring, Exz., Pro\u00adfessor der Medizin, Marburg; Wilhelm v. Bode, Exz., Generaldirektor der k\u00f6niglichen Museen, Berlin; Alois Brandl, Professor, Vorsitzender der Shakespeare-Gesellschaft, Berlin; Lujo Brentano, Professor der National\u00f6konomie, M\u00fcn\u00adchen; Professor Justus Brinkmann, Museumsdirektor, Hamburg; Johannes Conrad, Professor der National\u00f6konomie, Halle; Franz v. Defregger, M\u00fcnchen; Richard Dehmel, Hamburg; Adolf Dei\u00dfmann, Professor der protestantischen Theologie, Berlin; Professor Wilhelm D\u00f6rpfeld, Berlin; Friedrich v. Duhn, Professor der Arch\u00e4ologie, Heidelberg; Pro\u00adfessor Paul Ehrlich, Exz., Frankfurt a. M.; Albert Ehrhard, Professor der katholischen Theologie, Stra\u00dfburg; Karl Eng\u00adler, Exz., Professor der Chemie, Karlsruhe; Gerhard Esser, Professor der katholischen Theologie, Bonn; Rudolf Eucken, Professor der Philosophie, Jena; Herbert Eulenberg, Kaiserswerth; Heinrich Finke, Professor der Geschichte, Freiburg; Emil Fischer, Exz., Professor der Chemie, Berlin; Wilhelm Foerster, Professor der Astronomie, Berlin; Ludwig Fulda, Berlin; Eduard v. Gebhardt, D\u00fcsseldorf; J. J. de Groot, Professor der Ethnographie, Berlin; Fritz Haber, Professor der Chemie, Berlin; Ernst Haeckel, Exz., Professor der Zoologie, Jena; Max Halbe, M\u00fcnchen; Professor Adolf v. Harnack, Generaldirektor der k\u00f6niglichen Bibliothek, Berlin; Gerhart Hauptmann, Agnetendorf; Karl Hauptmann, Schreiber\u00adhau; Gustav Hellmann, Professor der Meteorologie, Berlin; Wilhelm Herrmann, Professor der protestantischen Theo\u00adlogie, Marburg; Andreas Heusler, Professor der nordischen Philologie, Berlin; Adolf v. Hildebrand, M\u00fcnchen; Ludwig [316] Hoffmann, Stadtbaumeister, Berlin; Engelbert Humperdinck, Berlin; Leopold Graf Kalckreuth, Pr\u00e4sident des Deut\u00adschen K\u00fcnstlerbundes, Eddelsen; Arthur Kampf, Berlin; Fritz Aug. v. Kaulbach, M\u00fcnchen; Theodor Kipp, Professor der Jurisprudenz, Berlin; Felix Klein, Professor der Mathematik, G\u00f6ttingen; Max Klinger, Leipzig; Alois Knoepfler, Profes\u00adsor der Kirchengeschichte, M\u00fcnchen; Anton Koch, Professor der katholischen Theologie, T\u00fcbingen; Paul Laband, Exz., Professor der Jurisprudenz, Stra\u00dfburg; Karl Lamprecht, Professor der Geschichte, Leipzig; Philipp Lenard, Professor der Physik, Heidelberg; Maximilian Lenz, Professor der Geschichte, Hamburg; Max Liebermann, Berlin; Franz v. Liszt, Professor der Jurisprudenz, Berlin; Ludwig Manzel, Pr\u00e4sident der Akademie der K\u00fcnste, Berlin; Josef Mausbach, Pro\u00adfessor der katholischen Theologie, M\u00fcnster; Georg v. Mayr, Professor der Staatswissenschaft, M\u00fcnchen; Sebastian Merkle, Professor der katholischen Theologie, W\u00fcrzburg; Eduard Meyer, Professor der Geschichte, Berlin; Heinrich Morf, Professor der romanischen Philologie, Berlin; Friedrich Naumann, Berlin; Albert Neisser, Professor der Medi\u00adzin, Breslau; Walter Nernst, Professor der Physik, Berlin; Wilhelm Ostwald, Professor der Chemie, Leipzig; Bruno Paul, Direktor der Kunstgewerbeschule, Berlin; Max Planck, Professor der Physik, Berlin; Albert Plehn, Professor der Medi\u00adzin, Berlin; Georg Reicke, Berlin; Professor Max Reinhardt, Direktor des Deutschen Theaters, Berlin; Alois Riehl, Pro\u00adfessor der Philosophie, Berlin; Karl Robert, Professor der Arch\u00e4ologie, Halle; Wilhelm R\u00f6ntgen, Exz., Professor der Physik, M\u00fcnchen; Max Rubner, Professor der Medizin, Berlin; Fritz Schaper, Berlin; Adolf v. Schlatter, Professor der protestantischen Theologie, T\u00fcbingen; August Schmidlin, Professor der Kirchengeschichte, M\u00fcnster; Gustav v. Schmoller, Exz., Professor der National\u00f6konomie, Berlin; Reinhold Seeberg, Professor der protestantischen Theologie, Berlin; Martin Spahn, Professor der Geschichte, Stra\u00dfburg; Franz v. Stuck, M\u00fcnchen; Hermann Sudermann, Berlin; Hans Thoma, Karlsruhe; Wilhelm Tr\u00fcbner, Karlsruhe; Karl Vollm\u00f6ller, Stuttgart; Richard Vo\u00df, Berchtesgaden; Karl Vo\u00dfler, Professor der romanischen Philologie, M\u00fcnchen; Siegfried Wagner, Bayreuth; Wilhelm Waldeyer, Professor der Anatomie, Berlin; August v. Wassermann, Professor der Medizin, Berlin; Felix v. Weingartner; Theodor Wiegand, Museumsdirektor, Berlin; Wilhelm Wien, Professor der Physik, W\u00fcrzburg; Ulrich v. Wilamowitz-Moellendorff, Exz., Professor der Philologie, Berlin; Richard Willst\u00e4tter, Professor der Chemie, Berlin; Wilhelm Windelband, Professor der Philosophie, Heidelberg; Wilhelm Wundt, Exz., Professor der Philosophie, Leipzig.<\/small><\/p>\n<p class=\"rez\"><i>In den ersten Oktobertagen 1914 von der geeinten deutschen Tagespresse kommen\u00adtarlos abgedr\u00fcckt\u00a0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. April 1915 begannen in Hamburg die Osterferien. Es gab Zeugnisse, denn damals endete das Schuljahr immer zu Ostern. Die Schulabg\u00e4nger &#8211; Abiturienten und Realsch\u00fcler &#8211; wollten hinaus ins Leben und die gro\u00dfe weite Welt f\u00fcr sich erobern. 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