{"id":2113,"date":"2015-01-30T16:14:02","date_gmt":"2015-01-30T15:14:02","guid":{"rendered":"http:\/\/win2014.de\/?p=2113"},"modified":"2020-12-16T17:04:43","modified_gmt":"2020-12-16T16:04:43","slug":"ein-denkmal-erinnert-sich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/win2014.de\/?p=2113","title":{"rendered":"Ein Denkmal erinnert sich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00c4ndern sich die Zeiten, \u00e4ndern sich auch die Stra\u00dfennamen. Das haben wir in Deutschland 1933, 1945 und 1989 erlebt. Aus dem S\u00fcdring in Hamburg wurde 1933 ganz schnell die Schlageterstra\u00dfe. Und ob die Hindenburgstra\u00dfe ihren Namen behalten oder Otto-Wels-Stra\u00dfe hei\u00dfen sollte, dar\u00fcber hat man sich jahrelang in Hamburg gestritten.<\/strong><br \/>\n<strong> Bei den Denkm\u00e4lern im \u00f6ffentlichen Raum ist es manchmal \u00e4hnlich oder sogar noch heftiger. Da prallen die Meinungen aufeinander: Wo soll das Denkmal stehen? Wie soll es aussehen? Welche Symbole und welche Inschrift soll es haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_20150202_110216.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-2164 \" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_20150202_110216-238x300.jpg\" alt=\"IMG_20150202_110216\" width=\"137\" height=\"173\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_20150202_110216-238x300.jpg 238w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_20150202_110216-812x1024.jpg 812w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_20150202_110216.jpg 1570w\" sizes=\"(max-width: 137px) 100vw, 137px\" \/><\/a>Eine aufregende Geschichte hat das Denkmal im Zentrum Hamburgs hinter sich, das an die Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkriegs erinnern soll. Tagt\u00e4glich wird dieser sch\u00f6ne Platz von Touristen aus aller Welt fotografiert. Von allen Seiten. Aber die meisten entdecken erst zu Hause auf ihren Fotos diesen riesigen aufrechten Pfeiler und fragen sich: Was ist das denn f\u00fcr ein merkw\u00fcrdiges riesiges Steingebilde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more weiterlesen--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Steingebilde entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Denkmal zur Erinnerung an die Kriegsopfer beider Weltkriege oder &#8211; wie es zu bestimmten Zeiten unserer Geschichte genannt wurde &#8211; ein Kriegerdenkmal oder Ehrenmal. Heute spricht man eher von einem Mahnmal. Auf jeden Fall \u2013 so steht es im Duden &#8211; ist ein Denkmal ein <em>\u201ezum Ged\u00e4chtnis an eine Person oder ein Ereignis errichtete, gr\u00f6\u00dfere plastische Darstellung; ein Monument\u201c<\/em>.<br \/>\nBis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Europa fast keine Kriegerdenkm\u00e4ler, um den einzelnen Soldaten zu ehren. Das war eher F\u00fcrsten, K\u00f6nigen oder Gener\u00e4len vorbehalten. Das \u00e4nderte sich schlagartig nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.<br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">\u201eNahezu in jeder Gemeinde wurde ein Denkmal f\u00fcr die aus den Gemeinden stammenden gefallenen M\u00e4nner errichtet. Dieser gesteigerte Bedarf hatte in ganz Deutschland eine \u201aIndustrialisierung\u2018 der Denkmalsentwicklung zur Folge. Steinmetzfirmen boten Kataloge, aus denen man standardisierte Denkm\u00e4ler bestellen konnte. Viele der get\u00f6teten Soldaten waren im Ausland begraben, so dass die Kriegerdenkm\u00e4ler den Hinterbliebenen ein Ersatzgrab boten, an dem sie trauern konnten.\u201c<\/span><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/www.hamburgerforum.org\/11_0324_Seminar%20Kriegerdenkm%C3%A4ler.pdf\">http:\/\/www.hamburgerforum.org\/11_0324_Seminar%20Kriegerdenkm%C3%A4ler.pdf<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hamburger Denkmal wurde 1931 erst ziemlich sp\u00e4t errichtet und hatte schon vor seiner Entstehung f\u00fcr gro\u00dfen Wirbel gesorgt. Es ist eine lange und aufregende Geschichte mit den \u00fcblichen Streitpunkten: Wer soll es bauen? Was soll darauf abgebildet werden? Was f\u00fcr eine Inschrift soll es haben? Wo soll es stehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Frage \u201eWo soll es stehen?\u201c begann gleich ein heftiger Streit. Fritz Schumacher, Hamburgs damaliger Baudirektor, suchte sich ausgerechnet den Platz aus, wo schon ein Denkmal stand &#8211; den Rathausplatz.<\/p>\n<div id=\"attachment_2115\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/326823.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2115\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2115 size-full\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/326823.jpg\" alt=\"326823\" width=\"560\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/326823.jpg 560w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/326823-300x148.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2115\" class=\"wp-caption-text\">Kaiser Wilhelm I. auf dem Rathausplatz (1903)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort stand seit 1903 ein pomp\u00f6ses Reiterstandbild des ersten Kaisers Wilhelm. Schumacher entschied: Das muss weg. Er war schon lange emp\u00f6rt \u00fcber dieses Monstrum, das den ganzen Rathausplatz verschandelte. Sein Freund Gustav Schiefler schreibt 1920 in seinen Erinnerungen:<br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Die Errichtung des Kaiserdenkmals wurde 1898 beschlossen. Wie konnte Hamburg den ersten Kaiser des neuen Reiches besser ehren, als da\u00df es seinen Rathausmarkt v\u00f6llig verdarb? Man baute in seiner Mitte eine 1800 Quadratmeter gro\u00dfe Plattform, zu welcher vorn, auf der Seite des Rathauses, eine breite, von r\u00fcckw\u00e4rts eine schmalere Treppe von f\u00fcnf Stufen hinauff\u00fchren, dergestalt, da\u00df jeder, der den Platz quert, nicht aus dem Gef\u00fchl des Stolperns herauskommt.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_2122\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/rathausplatz.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2122\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2122 size-medium\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/rathausplatz-300x213.jpg\" alt=\"rathausplatz\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/rathausplatz-300x213.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/rathausplatz-1024x726.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2122\" class=\"wp-caption-text\">Foto aus der Sammlung Johann und Heinrich Hamann<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008080;\"> Am 20. Juni 1903 wurde das Denkmal enth\u00fcllt. Wir sa\u00dfen alle auf den gro\u00dfen Trib\u00fcnen vor dem Rathaus. Da verk\u00fcndeten die Glocken, da\u00df Kaiser Wilhelm II. seinen Salonwagen auf dem Dammtorbahnhof verlassen habe. Gleich darauf sah man schr\u00e4g \u00fcber die Kleine Alster hinweg ein schwarz und wei\u00dfes W\u00f6lkchen her\u00fcberflattern. Es waren die F\u00e4hnchen der Husaren-Schwadron. Unter endlosen Hurrarufen der Menge schritt der Kaiser in das gro\u00dfe Empfangszelt. Nach den \u00fcblichen Reden fiel die H\u00fclle und man sah, wie der Enkel mit den B\u00fcrgermeistern und seinem Gefolge das Denkmal umschritt. Man sagte, er sei zufrieden gewesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie anders verlief dann knapp 30 Jahre sp\u00e4ter die Einweihung des Denkmals, auf dem ein Relief von Barlach abgebildet war &#8211; eine 21 Meter hohe Stele aus Muschelkalk. Andere Zeiten, andere Sitten. Als am fr\u00fchen Morgen des 3. August 1931 eine Delegation des Senats das Denkmal enth\u00fcllte, geschah dies ohne Publikum. Immerhin lie\u00df sich der B\u00fcrgermeister Rudolf Ro\u00df blicken.<\/p>\n<div id=\"attachment_2120\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rathausmarkt-Ehrenmal-Barlach-Hoffmann-HHBDSCF1672-1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2120\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2120 size-large\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rathausmarkt-Ehrenmal-Barlach-Hoffmann-HHBDSCF1672-1-1024x842.jpg\" alt=\"Rathausmarkt Ehrenmal Barlach Hoffmann HHBDSCF1672 (1)\" width=\"640\" height=\"526\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rathausmarkt-Ehrenmal-Barlach-Hoffmann-HHBDSCF1672-1-1024x842.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rathausmarkt-Ehrenmal-Barlach-Hoffmann-HHBDSCF1672-1-300x247.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rathausmarkt-Ehrenmal-Barlach-Hoffmann-HHBDSCF1672-1.jpg 1216w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2120\" class=\"wp-caption-text\">Denkmal von 1931 f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkriegs<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kritik an der Stele war gro\u00df, weil nicht die gefallenen Soldaten im Vordergrund standen, sondern die Trauernden. Die Inschrift im Relief: \u201eTrauernde Mutter mit Kind\u201c. Die Mutterfigur und ihr Kind umfassen sich gegenseitig, spenden sich Trost in ihrem Leid.<\/p>\n<div id=\"attachment_3240\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3240\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3240 size-large\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/ba-733x1024.jpg\" width=\"640\" height=\"894\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/ba-733x1024.jpg 733w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/ba-215x300.jpg 215w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/ba.jpg 997w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-3240\" class=\"wp-caption-text\">Foto vor 1933: Im Hintergrund das Modehaus Robinsohn und das Kaufhaus Hirschfeld. Beide Gesch\u00e4fte wurden am 9. November 1938 schwer verw\u00fcstet.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie trauern um die Gefallenen, die sie durch den Krieg verloren haben. Auf der anderen Seite der Stele steht in Gro\u00dfbuchstaben: \u201eVierzig Tausend S\u00f6hne der Stadt lie\u00dfen ihr Leben f\u00fcr euch 1914-1918\u201c.<br \/>\nFritz Schumacher hat kurz vor seinem Tode im Jahr 1947 dar\u00fcber einen bewegenden Bericht geschrieben. Es liest sich wie ein Drehbuch zu einem Film. In den Hauptrollen Ernst Barlach, der Hamburger Senat, Kaiser Wilhelm I. und als Statisten die Hamburger B\u00fcrger. In einer Nebenrolle der Markusplatz von Venedig. Regie: Fritz Schumacher.<br \/>\nHier ein kurzer Ausschnitt. Der vollst\u00e4ndige Text steht unter <em><a href=\"http:\/\/win2014.de\/?page_id=2147\">http:\/\/win2014.de\/?page_id=2147<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008080;\">Hamburg war bis vor zwei Jahrzehnten wohl die an \u00f6ffentlicher Plastik \u00e4rmste Stadt Deutschlands. Was es durch alle die Jahrhunderte an k\u00fcnstlerischen Malen aufgestellt h\u00e4tte, lie\u00df sich beinahe an den Fingern einer Hand aufz\u00e4hlen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> Um den Weg f\u00fcr diesen Wettbewerb freizumachen, hatte zuvor eine der schwersten Aufgaben gel\u00f6st werden m\u00fcssen, die man in Hamburg anpacken konnte: die Befreiung des Rathausplatzes von dem st\u00f6renden st\u00e4dtebaulichen Mi\u00dfgriff, den die Art der Aufstellung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf diesem Platze bedeutete.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> In langem Ringen war nach dem Gro\u00dfen Brande von 1842 ein Platzgebilde als neues Herz Hamburgs entstanden, der sich erweitert \u00fcber die \u201eKleine Alster\u201c zur Wasserfl\u00e4che der Binnenalster und sich gleichsam ausstr\u00f6mt in den freien Himmelsblick. Dieser eigent\u00fcmliche r\u00e4umliche Zusammenhang, der nur im Markusplatz Venedigs ein Analogon findet, war durch das Kaiserdenkmal zerst\u00f6rt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> Im Zusammenhang mit der sch\u00f6n gerundeten Wassertreppe der \u201eKleinen Alster&#8220; sollte am Gelenkpunkt des hakenf\u00f6rmigen Platzes ein \u201eschlichtes Mal\u201c entstehen. Barlach schlug vor, hierher die Riesengestalt eines in die Knie gesunkenen Mannes zu setzen, der im Begriff sich aufzurichten, die Ketten abstreift, die seine H\u00e4nde auf dem R\u00fccken fesseln: \u201eDer Ersch\u00fctterte\u201c.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> Das Preisgericht entschied sich f\u00fcr eine schlanke, einundzwanzig Meter hohe stelenartige Tafel, die wie das steinerne Blatt einer Chronik verk\u00fcndete: \u201eVierzigtausend S\u00f6hne der Stadt lie\u00dfen ihr Leben f\u00fcr Euch.\u201c Dieses steinerne Chronikblatt wirkte aber auf dem gew\u00e4hlten Standort nicht nur zum Rathausplatz hin\u00fcber, sondern vielleicht ebenso stark nach der Seite der Alsterarkaden.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> Als am Jahrestag des Kriegsbeginns fr\u00fch morgens die H\u00fcllen fielen, hinter denen man gemei\u00dfelt hatte, blieb Hamburg stumm. Die Presse nahm nur von abf\u00e4lligen Urteilen Notiz, bestenfalls h\u00fcllte sie sich in Schweigen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\"> Die stille Morgenfeier der Enth\u00fcllung bestand darin, da\u00df der Regierende B\u00fcrgermeister auf dem noch menschenleeren Platz einen Lorbeerkranz am Denkmal niederlegte. Ich streifte ungesehen in den Alsterarkaden herum. Barlach war nicht erschienen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/307px-Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2128 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/307px-Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj-154x300.jpg\" alt=\"307px-Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj\" width=\"125\" height=\"243\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/307px-Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj-154x300.jpg 154w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/307px-Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj.jpg 307w\" sizes=\"(max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/><\/a>Das Denkmal wurde ab 1933 heftig verunglimpft. Barlachs Relief \u2013 die Mutter, die ihr Kind tr\u00f6stet \u2013 war nicht nach dem Geschmack der Nationalsozialisten. In einem Hamburg-F\u00fchrer von 1936 wird es gar nicht erw\u00e4hnt. Dort hei\u00dft es nur: <em>\u201eEhrenmal auf dem Adolf-Hitler-Platz zur Erinnerung an die im Weltkrieg gefallenen 40 000 Hamburger \u201c<\/em>.<br \/>\nDer Gauleiter von Hamburg, Karl Kaufmann, beauftragte 1939 den Bildhauer Hans Martin Ruwoldt mit einer Neugestaltung des Reliefs. Ruwoldt entwarf einen adlerartigen aus der Asche aufsteigenden Ph\u00f6nix.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Zeiten Weltkrieg wurde der Adler im Auftrag des Senats wieder vernichtet und das Barlach-Relief 1949 wieder hergestellt. Das war mit Hilfe eines Abgusses von einem Werkmodell Barlachs m\u00f6glich. Es wurde umgewidmet und erinnert seitdem an beide Weltkriege.<br \/>\nUnd was ist aus Kaiser Wilhelm geworden? Der reitet seit 1984 auf seinem Bronzepferd durch Planten und Blomen und durch die Gro\u00dfen Wallanlagen .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur einen Kilometer vom Rathaus entfernt steht am Dammtor seit 1936 ein weiteres \u201eKriegerdenkmal\u201c \u2013 ebenfalls mit einer bewegten Vergangenheit und ebenfalls Streitpunkt seit Jahrzehnten. Aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr als 150 solcher Kriegs- und Kriegerdenkm\u00e4ler gibt es in Hamburg. Wer sich dar\u00fcber genauer informieren m\u00f6chte, dem sei das Buch von Kerstin Klingel empfohlen \u2013 \u201eEichenkranz und Dornenkrone\u201c \u2013 das 2006 von der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung herausgegeben wurde.<br \/>\nEin hervorragendes Projekt \u00fcber die Hamburger Denkm\u00e4ler hat der Arbeitsbereich Erinnerungskultur der Evangelischen Akademie der Nordkirche ins Leben gerufen. Es hei\u00dft <strong>DENK MAL!<\/strong> Die Jahreszahlen 1914, 1939 und 2014 sind verbunden mit dem Leitmotiv ERINNERN, GEDENKEN und GESTALTEN. F\u00fcr dieses Projekt verantwortlich ist der Hamburger Pastor Ulrich Hentschel. <em><a href=\"http:\/\/www.denk-mal-gegen-krieg.de\/\">http:\/\/www.denk-mal-gegen-krieg.de\/<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 14pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Quellen <\/span><\/strong><br \/>\nKerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, Hamburg, 2006<br \/>\nGustav Schiefler, Eine Hamburgische Kulturgeschichte 1890-1920, Hamburg, 1985, S. 509<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/sehenswuerdigkeiten\/3091888\/ehrenmal\/\">http:\/\/www.hamburg.de\/sehenswuerdigkeiten\/3091888\/ehrenmal\/<\/a><\/em><br \/>\n<em> <a href=\"http:\/\/www.gedenkstaetten-in-hamburg.de\/gedenkstaetten\/gedenkort\/relief-von-ernst-barlach-auf-dem-kriegerdenkmal-am-rathausmarkt\/\">http:\/\/www.gedenkstaetten-in-hamburg.de\/gedenkstaetten\/gedenkort\/relief-von-ernst-barlach-auf-dem-kriegerdenkmal-am-rathausmarkt\/<\/a><\/em><br \/>\n<em> <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/kultur\/geschichte\/schauplaetze\/Wo-Hamburg-an-Krieg-erinnert,ersterweltkrieg134.html\">http:\/\/www.ndr.de\/kultur\/geschichte\/schauplaetze\/Wo-Hamburg-an-Krieg-erinnert,ersterweltkrieg134.html<\/a><\/em><br \/>\n<em> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Denkm%C3%A4ler_in_Hamburg\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Denkm%C3%A4ler_in_Hamburg<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4ndern sich die Zeiten, \u00e4ndern sich auch die Stra\u00dfennamen. 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