{"id":1646,"date":"2014-12-18T20:24:31","date_gmt":"2014-12-18T19:24:31","guid":{"rendered":"http:\/\/win2014.de\/?p=1646"},"modified":"2019-10-07T23:15:16","modified_gmt":"2019-10-07T21:15:16","slug":"buchtipps-zu-weihnachten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/win2014.de\/?p=1646","title":{"rendered":"Buchtipps zu Weihnachten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong> \u201eDas sind die besten B\u00fccher zum Ersten Weltkrieg.\u201c So titelte DIE WELT vor einem Jahr am 2. Januar 2014 zum Auftakt des Gedenkjahres \u201e100 Jahre Erster Weltkrieg\u201c. Christopher Clarks Schlafwandler und andere frisch erschienene geschichtstr\u00e4chtige Werke waren dabei, aber auch Wiederauflagen von Ernst J\u00fcnger: In Stahlgewittern und seine Tageb\u00fccher. Was bleibt, was ist bald vergessen?<\/strong><!--more weiterlesen--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt zum Jahresende hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Viele dicke W\u00e4lzer, vor allem von Historikern geschrieben, gingen \u00fcber den Ladentisch: Christopher Clark bereits in 19. Auflage, J\u00f6rn Leonhard, Oliver Janz, Gerd Krumeich, Herfried M\u00fcnkler, um nur ein paar Namen zu nennen. Ob sie alle gelesen wurden, ist eine andere Sache.<br \/>\nAber dann&#8230; Sucht man in der Abteilung \u201eRomane\u201c, die den ersten Weltkrieg zum Thema machen oder zumindest als Folie verwenden, ist die Ausbeute sehr gering. Dabei w\u00fcrde sich dieses Genre doch geradezu anbieten, um neue Impulse f\u00fcr eine gemeinsame europ\u00e4ische Erinnerungskultur zu geben. Romane werden, wenn sie gut geschrieben sind, in andere Sprachen \u00fcbersetzt und kommen weiter herum als wissenschaftliche Werke.<br \/>\n\u00dcber die Landesgrenzen hinaus haben das in diesem Jahr in ganz Europa nur wenige Romane geschafft. In Deutschland hat sich keiner der bedeutenden oder gefragten Schriftsteller an das Thema Erster Weltkrieg gewagt. Zu gef\u00e4hrlich und riskant ist dieses Thema wohl mit all seinen Konsequenzen f\u00fcr Deutschland bis 1945.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 18pt;\">Tipps<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hans Hermann Grimm, Schlump<\/strong><br \/>\nDa gab es immerhin einen gelungenen Nachdruck. Hans Hermann Grimm hatte 1928 den Roman \u201eSchlump\u201c geschrieben. Erz\u00e4hlt wird \u2013 wie die S\u00fcddeutsche schreibt &#8211; \u201edie Geschichte eines deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg aus dessen Perspektive, wobei es das gro\u00dfe Verdienst des Autors sei, dass er seinen Bericht nicht auf die Sch\u00fctzengr\u00e4ben beschr\u00e4nkt, sondern auch die zivilen Aspekte des Krieges beschreibt &#8211; den M\u00e4nnermangel in der franz\u00f6sischen Provinz, die Beziehungen zwischen den Soldaten seiner Truppe, das merkw\u00fcrdige Gef\u00fchl, einen \u201eKrieg ohne Feindschaft\u201c zu k\u00e4mpfen.\u201c\u00a0 <em><a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/hans-herbert-grimm\/schlump.html\">http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/hans-herbert-grimm\/schlump.html<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jean Echenoz, 14<\/strong><br \/>\n\u00dcber Jean Echenoz und sein schmales Buch \u201e14\u201c ist genug gesprochen und besprochen worden. Es hat uns eindringlich gezeigt, wie die franz\u00f6sischen Soldaten gleiches erlebt und gleich gelitten haben wie die deutschen. \u00a0\u00a0 <em><a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/jean-echenoz\/14.html\">http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/jean-echenoz\/14.html<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei weitere Romane lauern eher im Hintergrund auf Leser und sollen deshalb hier besonders ans Herz oder auch auf den Gabentisch gelegt werden. Sie beschr\u00e4nken sich nicht nur auf die vier Kriegsjahre, sondern flechten diese Zeit der H\u00f6lle ein in die Jahre davor und danach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1649 \" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0001-193x300.jpg\" alt=\"romane_0001\" width=\"89\" height=\"139\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0001-193x300.jpg 193w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0001-661x1024.jpg 661w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0001.jpg 1674w\" sizes=\"(max-width: 89px) 100vw, 89px\" \/><\/a>Pierre Lemaitre, Wir sehen uns dort oben<\/strong><br \/>\nPierre Lemaitres Roman \u201eWir sehen uns da oben\u201c ist \u00fcberraschend mit den Prix Goncourt ausgezeichnet worden. Zu w\u00fcnschen sind ihm auch viele deutsche Leser. Die \u00dcbersetzung ist vor ein paar Wochen bei Klett-Cotta erschienen. <em><a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/pierre-lemaitre\/wir-sehen-uns-dort-oben.html\">http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/pierre-lemaitre\/wir-sehen-uns-dort-oben.html<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0003.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1651 size-medium\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0003-202x300.jpg\" alt=\"romane_0003\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0003-202x300.jpg 202w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0003-689x1024.jpg 689w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/romane_0003.jpg 1731w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>Stefan Hertmans, Der Himmel meines Gro\u00dfvaters<\/strong><br \/>\nUnd dann noch Stefan Hertmans Roman \u201eDer Himmel meines Gro\u00dfvaters\u201c, der in Belgien einer der ersten in diesem Jahr war, der zu dem Thema \u201eErster Weltkrieg\u201c herauskam. Es ist schade, dass die deutsche \u00dcbersetzung erst jetzt erschienen ist.<br \/>\nHertmans setzt mit diesem Buch seinem Gro\u00dfvater ein Denkmal \u2013 und den meist bitterarmen fl\u00e4mischen Soldaten, die als Kanonenfutter in einen ungleichen Krieg geschickt wurden. Er hat ein liebevolles und ergreifendes Portr\u00e4t eines Mannes geschrieben, der f\u00fcr seinen Enkel ein stiller und vertr\u00e4umter K\u00fcnstler war, im Krieg jedoch ein tatkr\u00e4ftiger und ausgezeichneter Soldat.\u00a0 <em><a href=\"http:\/\/interview-lounge.tv\/stefan-hertmans-es-ist-kein-buch-ueber-den-ersten-weltkrieg-es-ist-die-biographie-einer-seele\/\">http:\/\/interview-lounge.tv\/stefan-hertmans-es-ist-kein-buch-ueber-den-ersten-weltkrieg-es-ist-die-biographie-einer-seele\/<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hanser Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, schreibt im Klappentext: <span style=\"color: #008080;\">\u201eMan kann alles, wenn man will!\u201d, sagt der alte Mann zu seinem Enkel und schwingt sich in den Kopfstand. Die wahre Willenskraft seines Gro\u00dfvaters begreift Stefan Hertmans jedoch erst, als er dessen Notizb\u00fccher liest, und beschlie\u00dft, den Roman dieses Lebens zu schreiben. Eindringlich beschw\u00f6rt er eine bitterarme Kindheit in Belgien, zeigt den 13-J\u00e4hrigen, wie er bei der Arbeit in der Eisengie\u00dferei davon tr\u00e4umt, Maler zu werden, und stattdessen im Ersten Weltkrieg an die Front nach Westflandern ger\u00e4t. Dass der Mann, der dieses Grauen \u00fcberlebt, fast am Tod seiner gro\u00dfen Liebe zugrunde geht, ist eines der Geheimnisse, denen der Enkel auf die Spur kommt. Mit seiner Hommage an den Gro\u00dfvater ist Hertmans ein grandioser Roman gelungen.<\/span> <em><a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/stefan-hertmans\/der-himmel-meines-grossvaters.html\">http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/stefan-hertmans\/der-himmel-meines-grossvaters.html<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/roman-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2310 alignleft\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/roman-3-300x255.jpg\" alt=\"roman 3\" width=\"280\" height=\"238\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/roman-3-300x255.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/roman-3.jpg 489w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Man kann sich dem nur anschlie\u00dfen. Ein Buch, das man nach dem Lesen beiseitelegt und gerne mit jemandem dar\u00fcber sprechen m\u00f6chte. Am liebsten mit Stefan Hertmans selber. Aber weil zu Weihnachten nicht alle W\u00fcnsche erf\u00fcllt werden, helfen zumindest zwei kleine Interviewausschnitte mit ihm auf YouTube weiter. Hier verweist er u.a. auf zwei Schriftsteller, deren Art zu schreiben ihn inspiriert hat so zu schreiben, wie er geschrieben hat &#8211; Edmund de Waal mit \u201eDer Hase mit den Bernsteinaugen\u201c und W.G. Sebald mit \u201eAusterlitz\u201c. Au\u00dferdem gibt Hertmans Einblicke \u00fcber die Entstehung des Romans und seine Absichten.<br \/>\n5 Sternchen, falls jemand fragt, wie ich das Buch fand.<br \/>\n<span style=\"color: #ff9900;\"><strong><span style=\"font-size: 24pt;\">*****<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/QDdrYM6D34I?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CJVVArmWhDM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas sind die besten B\u00fccher zum Ersten Weltkrieg.\u201c So titelte DIE WELT vor einem Jahr am 2. Januar 2014 zum Auftakt des Gedenkjahres \u201e100 Jahre Erster Weltkrieg\u201c. 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