{"id":1145,"date":"2014-07-20T17:35:18","date_gmt":"2014-07-20T15:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/win2014.de\/?p=1145"},"modified":"2015-01-28T11:01:12","modified_gmt":"2015-01-28T10:01:12","slug":"eisenbahnkrieg-mit-der-kriegseisenbahn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/win2014.de\/?p=1145","title":{"rendered":"Eisenbahnkrieg mit der Kriegseisenbahn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Krieg begann 1914 mit der sogenannten Mobilmachung. Mobilmachung bedeutet ja laut Wikipedia die allgemeine <em>\u201eVorbereitung der Streitkr\u00e4fte eines Staates auf den Einsatz, meist f\u00fcr einen Angriffs- oder Verteidigungskrieg\u201c<\/em>. Das Wort <em>\u201emobil\u201c<\/em> konnte man aber in den Augusttagen 1914 w\u00f6rtlich nehmen &#8211; war doch alles in rasanter Bewegung. Soldaten, Pferde, Waffen und der Nachschub an Verpflegung &#8211; all das wurde in einem bis dahin nicht vorstellbaren Tempo mithilfe der Eisenbahn an die Fronten transportiert. Die Eisenbahn hatte zum ersten Mal kriegswichtige Bedeutung. Wie sollte sie diese Aufgabe bew\u00e4ltigen, ohne den zivilen Verkehr einzuschr\u00e4nken?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more weiterlesen--><br \/>\nF\u00fcr viele Soldaten war die Fahrt an die Front die erste gr\u00f6\u00dfere Reise mit der Eisenbahn. W\u00e4hrend des Aufmarsches im August 1914 fuhren t\u00e4glich 660 Kriegs-Z\u00fcge in Richtung Westen. In 11000 Transporten wurden \u00fcber drei Millionen Mann und 860000 Pferde an die Front gefahren. 1914 waren bereits eigene Eisenbahnregimenter f\u00fcr den Bau von Milit\u00e4reisenbahnen zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1149\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0001-1024x654.jpg\" alt=\"eisenbahn_0001\" width=\"640\" height=\"408\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0001-1024x654.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0001-300x191.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0001.jpg 1640w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><em><span style=\"font-size: 12pt;\">Quelle: H. Glaser \/ N. Neudecker, Die deutsche Eisenbahn, M\u00fcnchen, 1984, S. 215<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eisenbahn als Kriegsinstrument war an sich nichts Neues. Der erste milit\u00e4rische Transport auf der Eisenbahn fand bereits 1832 in England statt, wo versuchsweise ein Infanterieregiment auf der Bahn von Liverpool nach Manchester gebracht wurde. In Deutschland fand der erste gr\u00f6\u00dfere Truppentransport im Jahre 1846 statt. Es wurden 9990 Mann, 309 Pferde und 10 Feldgesch\u00fctze des 4. preu\u00dfischen Armeekorps auf der oberschlesischen Bahn nach Krakau bef\u00f6rdert.<br \/>\nIn gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstabe wurde die Eisenbahn 1866 von den \u00d6sterreichern genutzt, um\u00a0 die S\u00fcdarmee aus Italien nach dem n\u00f6rdlichen Kriegsschauplatze zu transportieren. 123 000 Mann mit 16 631 Pferden, 259 Gesch\u00fctzen und 2777 Fahrzeugen wurden auf drei nur zum Teil doppelgleisigen Linien in etwa zehn Tagen eine Strecke von \u00fcber 750 Kilometer bef\u00f6rdert.<br \/>\nL\u00e4ngst vor 1914 hatte man begonnen, die in den Kriegen 1866 und 1870 gewonnenen Erfahrungen zu perfektionieren.\u00a0 Beim gro\u00dfen Erfolg Hindenburg in Polen sprach man auch schnell von einem <em>\u201eEisenbahnsieg&#8220;<\/em> \u2013 so ein italienischer Milit\u00e4rsachverst\u00e4ndiger -, und als einen <em>\u201eEisenbahnkrieg&#8220;<\/em> bezeichnete man bald die mit <em>\u201eun\u00fcbertrefflicher Verwendung der Schienenwege\u201c<\/em> durchgef\u00fchrten Operationen auf dem \u00f6stlichen Kriegsschauplatz.<br \/>\nIn der <em>Zeitschrift f\u00fcr Heimatkunde und Heimatliebe f\u00fcr die deutschen Verkehrs-Interessen<\/em> wird schon 1915 die Bedeutung der Eisenbahn f\u00fcr den Krieg hervorgehoben. Es gibt dort einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber die Einschr\u00e4nkungen des normalen Reiseverkehrs. Wie wird z.B. der bayrische Sommerfahrplan f\u00fcr 1915 aussehen? Welche Einschr\u00e4nkungen gibt es f\u00fcr Reisende in den Grenzgebieten?<br \/>\nEs lohnt sich diesen Artikel &#8211; mit geringen K\u00fcrzungen &#8211; im Original zu zitieren. Erstaunlich sind die zahlreichen Verbote f\u00fcr Reisende, sich Karten oder Reisef\u00fchrer von kriegsnahen Gebieten zu kaufen oder zu benutzen. Manches erinnert an fr\u00fchere DDR-Gepflogenheiten. Erstaunlich auch, dass st\u00e4ndig schon die Rede ist von Friedenszeiten und Friedensfahrpl\u00e4nen. Sprachlich wie inhaltlich sind diese Berichte allerdings f\u00fcr den heutigen Leser eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt; color: #ff0000;\">Deutschlands Eisenbahnbetrieb zur Kriegszeit (1915).<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">Die Bedeutung der Eisenbahnen f\u00fcr den Verlauf der Operationen ist durch die letzten gro\u00dfen Siege im Osten wieder ins hellste Licht ger\u00fcckt. Die deutschen Eisenbahnen sind ein hervorragendes Instrument der Heeresleitung, das von den Milit\u00e4reisenbahnbeh\u00f6rden mit fester und sachkundiger Hand gef\u00fchrt wird. S\u00e4mtliche Eisenbahnen Deutschlands befinden sich seit dem Tage der Mobilmachung im Kriegsbetriebe. Das bedeutet, da\u00df die Bahnverwaltungen bez\u00fcglich der Einrichtung, Fortf\u00fchrung, Einstellung und Wieder-aufnahme des Bahnbetriebes den Anordnungen der Milit\u00e4rbeh\u00f6rde Folge zu leisten haben. Die Ausf\u00fchrungsanweisungen f\u00fcr die Regelung des Kriegsbetriebes gibt der Chef des Feldeisenbahnwesens im Gro\u00dfen Hauptquartier durch die Linienkommandanturen an die Bahnbevollm\u00e4chtigten f\u00fcr Milit\u00e4rangelegenheiten. Die Linienkommandanturen sind daf\u00fcr verantwortlich, da\u00df den Anforderungen der Heeresleitung so entsprochen wird, wie es nach der Leistungsf\u00e4higkeit der Bahnen nur irgendm\u00f6glich ist. Da\u00df ein enges Zusammenarbeiten der Linienkommandanturen und Bahnbevollm\u00e4chtigten Vorbe-dingung f\u00fcr den Erfolg der Arbeit ist, liegt auf der Hand.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0003.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1151\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0003-1024x649.jpg\" alt=\"eisenbahn_0003\" width=\"640\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0003-1024x649.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0003-300x190.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0003.jpg 1628w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">Im Unterschied zum Heimatgebiet f\u00fchren in den eroberten Gebieten die Milit\u00e4reisenbahnbeh\u00f6rden auch den Eisenbahnbetrieb selbst\u00e4ndig. Hierzu sind ihnen Eisenbahntruppen sowie Eisenbahnbau- und Betriebskolonnen, Eisenbahntelegraphen-kolonnen usw. unterstellt. Diese Kolonnen werden aus Personal der Heimatverwaltungen gebildet, das in den Heeresdienst \u00fcbertritt. Truppenverschiebungen im Kriege werden meist kurzerhand befohlen. Sie k\u00f6nnen sich nur dann p\u00fcnktlich vollziehen, wenn die Linienkommandanturen weit vorausschauend vorgesorgt haben, ohne Umfang, Zeitpunkt, Richtung, Beginn und Ende der bevorstehenden Transportbewegungen mit Bestimmtheit voraussagen zu k\u00f6nnen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080; font-family: georgia,palatino;\"> In erster Linie richtet sich die Vorsorge darauf, da\u00df auch bei pl\u00f6tzlich eintretendem Bedarf Leerz\u00fcge zur rechten Zeit zur Stelle sind. Die Linienkommandanturen entwerfen den Fahrplan f\u00fcr die Milit\u00e4rtransporte, der dichte Zugfolge bei vollster Betriebssicherheit bieten mu\u00df. Auch die Verpflegung von Mann und Pferd w\u00e4hrend der Eisenbahnfahrt bedarf der gr\u00fcndlichsten Vorbereitung.<\/span><\/p>\n<address style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1172\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0002-1024x664.jpg\" alt=\"eisenbahn 3_0002\" width=\"640\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0002-1024x664.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0002-300x194.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0002.jpg 1756w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000000;\">Bildnachweis: PK-Lessmann-Scherl Bilderdienst Fr.OKW<\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">F\u00fcr das Heimatgebiet setzen die Bahnbevollm\u00e4chtigten das Ergebnis der vorbereitenden Arbeit der Linienkommandanturen in die Tat um; f\u00fcr sie f\u00e4llt erschwerend ins Gewicht, da\u00df ein gro\u00dfer Teil des Eisenbahnpersonals wie auch des Wagenparks und der Lokomotiven zum Betriebe auf den eroberten Bahnen abgegeben ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"> Die milit\u00e4rischen Stellen sind bei ihren Anordnungen nat\u00fcrlich ebenso wie die Eisenbahnverwaltungen bem\u00fcht, den Personenverkehr &#8211; auch mit Schnellz\u00fcgen &#8211; nicht wesentlich zu st\u00f6ren, w\u00e4hrend der G\u00fcterverkehr den gro\u00dfen Milit\u00e4rtransportbewegungen ganz oder teilweise weichen mu\u00df.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"> Sobald der Befehl zum Truppentransport an die Linienkommandanturen ergeht, gilt es schleunigst in enger F\u00fchlung mit den Truppenbeh\u00f6rden und unter Ber\u00fccksichtigung der Bahnverh\u00e4ltnisse das Ein- und Ausladegebiet zu bestimmen, dort die Vorbereitungen f\u00fcr Massenein- und -ausladungen von Truppen zu treffen und die p\u00fcnktliche Heranf\u00fchrung der Leerz\u00fcge an die Einladebahnh\u00f6fe zu bewirken. Die untergebenen Dienststellen und Nachbargebiete erhalten Weisung oder Nachricht, damit sie die n\u00f6tigen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Transportdurchf\u00fchrung, f\u00fcr die Verpflegung der Truppen, die Versorgung der Lokomotiven mit Wasser und Kohle usw. treffen k\u00f6nnen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"> Die Linienkommandanturen und Bahnbevollm\u00e4chtigten verfolgen mit gespanntester Aufmerksamkeit bei Tag und Nacht den Lauf der Transportbewegung durch ihr Liniengebiet. Trotz der vortrefflichen Schulung unserer Eisenbahner sind St\u00f6rungen solcher gewaltiger Transportbewegungen wohl m\u00f6glich. <\/span><\/p>\n<address style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1171\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0001-734x1024.jpg\" alt=\"eisenbahn 3_0001\" width=\"640\" height=\"892\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0001-734x1024.jpg 734w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0001-215x300.jpg 215w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-3_0001.jpg 1569w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/span><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000000;\">Bildnachweis: PK-Lessmann-Scherl Bilderdienst Fr.OKW<\/span><\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">Da gilt es, Stockungen in ihren ersten Anf\u00e4ngen zu erkennen und zu beseitigen, unter Umst\u00e4nden auch bei gr\u00f6\u00dferen St\u00f6rungen mit energischer Hand verantwortungsfreudig einzugreifen, um durch Umleitung der Transportbewegungen oder sonst geeignete Ma\u00dfnahmen dem vorzubeugen, da\u00df die Truppe nicht rechtzeitig an den Feind kommt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"> Die Vorbereitung der Linienkommandanturen und Bahnbevollm\u00e4chtigten im Ausladegebiet m\u00fcssen derartig sein, da\u00df sich die Truppenausladungen und der Abflu\u00df der entleerten Z\u00fcge ohne Verz\u00f6gerung vollziehen, da sonst die nachfolgenden vollen Z\u00fcge aufgehalten werden und die ganze Bewegung ins Stocken ger\u00e4t. Die Abteilung der entladenen Z\u00fcge, die sich oft zu Hunderten folgen, mu\u00df nach wohlerwogenem Plan erfolgen, damit schwer entwirrbare Verstopfungen wichtiger Bahnlinien vermieden, die Leerz\u00fcge vielmehr ohne Aufenthalt neuen Aufgaben zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong><span style=\"color: #ff0000; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Der Entwurf des Sommerfahrplans 1915 f\u00fcr Bayern.<\/span><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">Bei Aufstellung des Entwurfs f\u00fcr den Sommerfahrplan 1915 ist die bayrische Staats-eisenbahnverwaltung von folgendem Gesichtspunkt ausgegangen: Die Entwicklung des Personenverkehrs in den Kriegsmonaten seit August vorigen Jahres war verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig g\u00fcnstig. Die Einnahmen aus diesem Verkehr &#8211; ausschlie\u00dflich der Einnahmen aus dem Milit\u00e4rverkehr &#8211; haben im August 1914 58,5 %, im Januar 1915 74,7 % der Einnahmen in den entsprechenden Monaten des Vorjahres betragen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\"> Wenn in Friedenszeiten auf einer Reihe von Hauptbahnlinien vier bis f\u00fcnf Schnellzugpaare verkehrten, so kann im allgemeinen zurzeit mit drei Schnellzugpaaren Gen\u00fcge gefunden werden. Die F\u00fchrung von so stark beschleunigten Schnellz\u00fcgen, wie sie im verflossenen Friedensfahrplan gefahren worden sind (wie beispielsweise jene zwischen Berlin und M\u00fcnchen, M\u00fcnchen-Frankfurt und M\u00fcnchen-Salzburg), w\u00e4re zurzeit kaum vertretbar. Bei Zusammenlegung von Schnellz\u00fcgen m\u00fcssen mehr Unterwegsaufenthalte vorgesehen und damit mu\u00df eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit zugestanden werden. Der k\u00fcnftigen Entwicklung der wirtschaftlichen Lage wird es vorzubehalten sein, ob dieser Grundsatz nicht auch nach dem Krieg noch l\u00e4ngere Zeit beibehalten werden mu\u00df.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1150\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0002-1024x646.jpg\" alt=\"eisenbahn_0002\" width=\"640\" height=\"403\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0002-1024x646.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0002-300x189.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn_0002.jpg 1628w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino; color: #000080;\">Kommerzienrat Christlich r\u00e4umte ein, da\u00df bei den gegenw\u00e4rtigen schwierigen Verh\u00e4ltnissen an Verbesserungen des Fahrplans das denkbar M\u00f6gliche geschehen sei. Die Bev\u00f6lkerung erkenne an, da\u00df die Eisenbahnverwaltung den Anspr\u00fcchen des Reiseverkehrs auch im Kriege nach Kr\u00e4ften gerecht geworden sei, und habe weitergehende Anforderungen zur\u00fcckgestellt. Die bedeutsame Tatsache, da\u00df die Einnahmen aus dem Personenverkehr wieder nahezu 75 % des Friedensverkehrs erreicht h\u00e4tten, beweise, da\u00df der Binnenverkehr weitaus \u00fcberwiege. So w\u00fcnschenswert es an sich erscheine, da\u00df nach dem Friedensschlu\u00df auch der Fremdenverkehr wieder gehoben werde, so d\u00fcrfe dies doch nicht auf Kosten des Inlandverkehrs geschehen. Da es w\u00e4hrend des Krieges naturgem\u00e4\u00df erhebliche Schwierigkeiten bereite, die Interessen der Milit\u00e4rverwaltung und des Privatreiseverkehrs in Einklang zu bringen, m\u00fcsse wohl von weitergehenden W\u00fcnschen abgesehen werden.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"color: #000080;\">Der Vorsitzende dankte f\u00fcr die anerkennenden Worte und versicherte, da\u00df sich die grunds\u00e4tzlichen Anregungen \u00fcber die k\u00fcnftige Gestaltung des Friedensfahrplans mit den Anschauungen der Verwaltung vollkommen decken.<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 14pt; color: #ff0000;\">Reisen in den deutschen Grenzgebieten.<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\">Das Kriegsministerium hat \u00fcber das Reisen in unsern Grenzgebieten w\u00e4hrend des Krieges eine Reihe von Bestimmungen erlassen. Auf einer Konferenz im Gro\u00dfen Generalstab wurden diese Bestimmungen festgesetzt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Allgemein wird darauf hingewiesen, da\u00df Verkauf, Vertrieb und Versendung von Wegekarten, Lagepl\u00e4nen, Panoramen und F\u00fchrern in einer Entfernung von 100 Kilometer von unsern Grenzen verboten sind. Damit ist nicht gesagt, da\u00df das Wandern in jenen Gebieten, soweit sie ungef\u00e4hrdet sind, behindert werden soll.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Das R i e s e n g e b i r g e ist in seinem ganzen Umfang f\u00fcr den Verkehr zug\u00e4nglich. Aus den vorhandenen F\u00fchrern sind nur die Eingangswege vom Osten und S\u00fcdosten entfernt worden, so da\u00df sich am Verkehr im eigentlichen Gebiete des Riesengebirges selbst nichts ver\u00e4ndert. Die gro\u00dfen und vielbesuchten schlesischen B\u00e4der bleiben den Heilungsuchenden und dem Verkehr erschlossen. F\u00fcr die Provinzen Posen, Ost- und Westpreu\u00dfen sowie Pommern sind dagegen s\u00e4mtliche F\u00fchrer f\u00fcr Gebiete und- St\u00e4dte w\u00e4hrend des Krieges beschlagnahmt. Das gleiche gilt auch f\u00fcr die Gro\u00dfherzogt\u00fcmer Mecklenburg und die Provinz Schleswig-Holstein. Trotzdem ist es uneingeschr\u00e4nkt erlaubt, die Ostseeb\u00e4der zu besuchen; das Publikum kann mit besonders zugelassenen Prospekten oder F\u00fchrern ohne Kartenmaterial versorgt werden.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Die vielbesuchten Seen und St\u00e4dte Mecklenburgs m\u00fcssen ebenfalls ohne die sonst \u00fcblichen F\u00fchrer bereist werden, da nur f\u00fcr einen kleinen Teil im S\u00fcden der Gro\u00dfherzogt\u00fcmer Auskunftsmaterial abgegeben werden darf. Die Nordseek\u00fcste mit den B\u00e4dern und ihren Ausgangspunkten: Hamburg-Kuxhaven, Bremen-Bremerhaven, Oldenburg, Emden ist selbstverst\u00e4ndlich von dem Verbot der Karten- und F\u00fchrerabgabe betroffen, was aber einen Besuch dieser St\u00e4dte nicht ausschlie\u00dft.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Der Besuch der Nordseeinseln selbst mit ihren B\u00e4dern ist lediglich dem Publikum zu empfehlen, das sich den besonderen Bestimmungen des Marinefiskus unterwirft. Als Wichtigstes ist hervorzuheben, da\u00df der Strand auf einzelnen Inseln nur tags\u00fcber und auch dann nur mit besonders bekanntgegebenen Einschr\u00e4nkungen den Badeg\u00e4sten freigegeben wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-sylt.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1167\" src=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-sylt-1024x540.jpg\" alt=\"eisenbahn sylt\" width=\"640\" height=\"337\" srcset=\"http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-sylt-1024x540.jpg 1024w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-sylt-300x158.jpg 300w, http:\/\/win2014.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/eisenbahn-sylt.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"color: #000080;\">F\u00fcr die L\u00fcneburger Heide gilt ebenfalls das Verbot der Abgabe von Karten und F\u00fchrern, da die offene Begrenzung erst auf der Linie L\u00fcneburg-Uelzen-Soltau vorhandenes F\u00fchrermaterial gestattet.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Auch f\u00fcr den Rhein, die Rheingebiete, die Vogesen und teilweise f\u00fcr den Schwarzwald gilt das Verbot. F\u00fcr das Moselgebiet, die Eifel und die Bayrische Rheinpfalz sind s\u00e4mtliche vorhandenen F\u00fchrer und Wegekarten von dem Verbot betroffen. Der Schwarzwald unterliegt besonders im Badischen diesem Verbot; hingegen kann f\u00fcr den schw\u00e4bischen Schwarzwald das vorhandene Material geliefert werden. Das Gebiet des Bodensees, die Bayrischen Alpen, die Fr\u00e4nkische Schweiz, das Fichtelgebirge, der Bayrische und B\u00f6hmer Wald, das Erzgebirge, die S\u00e4chsische Schweiz, der Harz mit dem Kyffh\u00e4usergebirge, die Weserberge und der Teutoburger Wald, Th\u00fcringen, Spessart, Rh\u00f6n, Odenwald und schlie\u00dflich der Taunus sind von dem Verbot nicht betroffen, und jeder F\u00fchrer sowie jede Karte ist ohne Einschr\u00e4nkung zu benutzen.<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<address style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt; color: #008080;\"> Quelle: Zeitschrift f\u00fcr Heimatkunde und Heimatliebe f\u00fcr die deutschen Verkehrs-Interessen, Amtliche Zeitschrift des Bundes Deutscher Verkehrs-Vereine, Organ f\u00fcr die deutschen Verkehrs-Interessen, D\u00fcsseldorf, 2. April-Ausgabe 1915<\/span><\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg begann 1914 mit der sogenannten Mobilmachung. Mobilmachung bedeutet ja laut Wikipedia die allgemeine \u201eVorbereitung der Streitkr\u00e4fte eines Staates auf den Einsatz, meist f\u00fcr einen Angriffs- oder Verteidigungskrieg\u201c. 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